Irans gefährlichste Drohung: Warum ein Krieg um Wasser den Nahen Osten in Brand setzen könnte
Ein pakistanischer Autor schreibt, dass bei einem Krieg gegen den Iran weniger die Strasse von Hormus im Fokus stehe, sondern Israels kritische Wasserversorung

Der Iran hat angekündigt, auf einen möglichen US-Angriff „wie nie zuvor“ zu reagieren. Hinter dieser Drohung könnte eine Eskalationsstrategie stehen, die weit über regionale Vergeltung hinausgeht.

Der pakistanische politische Analyst Hamza Farook argumentiert, dass Iran im Ernstfall gezielt Israels größte Verwundbarkeit ins Visier nehmen könnte: die Wasserversorgung.

Rund 65 Prozent des israelischen Wassers stammen aus fünf großen Meerwasser-Entsalzungsanlagen an der Mittelmeerküste. Ihre Zerstörung würde Wirtschaft, Alltag und staatliche Funktionsfähigkeit Israels in kürzester Zeit lahmlegen.

Farooq verweist darauf, dass Iran einen langen Krieg kaum überstehen würde und daher ein maximales, existenzielles Druckmittel einsetzen könnte. Bereits im Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr habe Teheran Zurückhaltung geübt, diesmal jedoch sei eine vollständige Eskalation wahrscheinlich.

Iran erklärte zudem, selbst ein begrenzter US-Angriff gelte als Auslöser eines umfassenden Krieges – auch mit Angriffen auf Israel, unabhängig von dessen direkter Beteiligung.

Der Einsatz von Wasser als Waffe sei kein neues Konzept, schreibt Farooq. Internationale Beispiele, etwa der Konflikt zwischen Indien und Pakistan um Wasserrechte, zeigten die zerstörerische Wirkung solcher Strategien.

Brisant wird das Szenario durch Israels mutmaßliche „Samson-Option“ – eine nukleare Vergeltungsdoktrin für den Fall existenzieller Bedrohung. Ein Zusammenbruch Israels könnte damit rasch zu einer globalen Katastrophe eskalieren. Farooq warnt: Ein militärischer Angriff auf Iran birgt Risiken, die weit über den Nahen Osten hinausreichen.