Israel schafft Fakten: Gaza wird geteilt
Die Bevölkerung leidet weiter. In der Europäischen Union wächst der Druck.

Während in einem Stadtteil von Gaza-Stadt eine kleine Bibliothek namens «Phönix» aus geretteten Büchern entstanden ist, bleibt die Lage im Gazastreifen dramatisch. Etwa 2,4 Millionen Menschen drängen sich in der westlichen Küstenhälfte, nachdem Israel die östliche Zone weitgehend abgetrennt hat. Dort entstehen Barrieren und Befestigungen, die auf eine dauerhafte Kontrolle hindeuten – obwohl der Waffenstillstand vom Oktober 2025 nur eine temporäre Pufferzone vorsah.

Zeltlager palästinensischer Obdachloser grenzen direkt an das militärisch kontrollierte Gebiet. Die Bewohner leben in ständiger Unsicherheit. Seit der Waffenruhe wurden nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde weitere 760 Tote gemeldet. Es fehlt an ausreichend Nahrung, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung. Eine Übergangsregierung mit Sitz in Kairo hat kaum Einfluss vor Ort.

In der Europäischen Union wächst der Druck. Mehrere Staaten wie Spanien, Irland und Slowenien fordern eine Überprüfung oder teilweise Aussetzung des Assoziierungsabkommens mit Israel wegen Siedlungspolitik und humanitärer Bedingungen. Deutschland setzt hingegen auf kritischen Dialog. Gleichzeitig fanden in Teilen der Westbank und in Deir al-Balah Kommunalwahlen statt, die von Fatah-dominierten Listen gewonnen wurden – ein kleiner Hoffnungsschimmer für politische Prozesse. Die humanitäre und politische Krise bleibt jedoch ungelöst.