Israelischer Soldat packt aus: «Was ich in Gaza getan habe»
Systematische Verstösse und menschliche Schilde

Ein israelischer Infanterist namens Jonathan (Pseudonym) berichtet gegenüber «The Economist» und der Organisation «Breaking the Silence» über seine Einsätze im Gazastreifen. Anfangs war er hochmotiviert nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Er sah den Krieg als gerechtfertigt und freute sich über die Bombardierungen. 

In Gaza galten praktisch keine klaren Einsatzregeln mehr. Männer im Militäralter – oft zwischen 16 und 60 – wurden als legitime Ziele betrachtet, viele Unbewaffnete getötet. Die Einheit setzte Palästinenser als «Mücken» (menschliche Schilde) ein, um Gebäude zu räumen und Fallen zu entschärfen. Häuser wurden systematisch gesprengt, ganze Viertel dem Erdboden gleichgemacht. Jonathan schildert eine zunehmende Abstumpfung, Frustration und das Gefühl, dass die Zerstörung über militärische Notwendigkeit hinausging. Heute schämt er sich und kritisiert das System, nicht nur einzelne Soldaten. Die israelische Armee IDF weist diese und ähnliche Vorwürfe zurück und betont Einhaltung des Völkerrechts.

Viele Soldaten kämpfen inzwischen mit ihrer psychischen Gesundheit. Laut einem aktuellen Bericht der israelischen Regierung versuchten zwischen Januar 2024 und Juli 2025 279 Soldaten, sich das Leben zu nehmen. Die Häufigkeit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) unter Soldaten, die in Gaza gekämpft haben, ist 40% höher als in anderen Kriegen, die Israel geführt hat. 

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