Jugendproteste in Frankreich halten an
Lehrer und Anwälte solidarisieren sich mit Schülern

Die Schülerproteste in Frankreich dauern unvermindert an. Am Dienstag waren erneut Hunderte Lycées blockiert oder geschlossen, in mindestens 30 Städten fanden Demonstrationen statt. In Paris zogen Schüler, Studierende und Gewerkschafter gemeinsam von der Place d’Italie Richtung Invalides. Vor dem Lycée Paul-Éluard in Saint-Denis schloss sich auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg den Protesten an. Die Jugend müsse «ihre Rechte und ihre Zukunft zurückfordern», betonte sie.

Neu ist die geschlossene Unterstützung durch Lehrergewerkschaften, die zum Streik aufrufen. Die Forderungen der Jugendlichen seien legitim und deckten sich mit jenen der Beschäftigten im Bildungsbereich. Auch Hochschulgewerkschaften schlossen sich an. Der Aktionstag fiel mitten in die Haushaltsberatungen für 2027. Die Regierung will die Neuverschuldung senken und Einsparungen von 54 Milliarden Euro durchsetzen – im Bildungsbereich sollen 1588 Lehrerstellen wegfallen.

Die Schülerbewegung verlangt einen Sofortplan von zehn Milliarden Euro für die Lycées sowie die Abschaffung der umstrittenen Studienplatzplattform «Parcoursup». Solange die Regierung nicht einlenke, werde man die Mobilisierung fortsetzen. Am Lycée Paul-Éluard besetzten Lehrer das Gebäude, Anwälte bildeten eine Schutzkette. Am Donnerstag trifft die Bewegung den Bildungsminister. Nach den Herbstferien soll weiterprotestiert werden, die Gewerkschaften mobilisieren für den 5. November zum Generalstreik.