Kolumbien: Rechtspopulist und Linkskandidat im Duell
Spannende Stichwahl um das Präsidentenamt in Kolumbien

In Kolumbien haben der Rechtspopulist Abelardo de la Espriella und der Linkskandidat Iván Cepeda die erste Runde der Präsidentschaftswahl gewonnen. Sie treten nun am 21. Juni in der Stichwahl gegeneinander an. De la Espriella erhielt rund 43,7 Prozent der Stimmen, Cepeda kam auf 40,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 58 Prozent.

Der 47-jährige De la Espriella, der sich als Aussenseiter darstellt, pflegt von sich das Image eines lateinamerikanischen Trumps. Er lehnt die Friedensabkommen mit den Guerillagruppen ab und ist Freund von markigen Gesten und Worten. Cepeda gehört zur regierenden Linkskoalition von Präsident Gustavo Petro, der in den letzten vier Jahren einen «totalen Friedenskurs» versucht hat: eine Entwaffnung aller verfeindeten Gruppierungen des Landes. 

Die Kandidaten der Mitte und der konservativen Partei von Ex-Präsident Uribe schnitten schwach ab. Uribe hat bereits seine Unterstützung für de la Espriella angekündigt. Die kommenden Wochen versprechen einen harten und polarisierten Wahlkampf um die Stimmen der Unentschlossenen. Petro hat Zweifel an den vorläufigen Ergebnissen geäussert und wartet auf die offizielle Auszählung. Das knappe Rennen dürfte das Land weiter spalten.