Mehr als 20.000 zumeist junge Menschen haben vor dem Brandenburger Tor in den Abend hinein zu Musik von K.I.Z, Disarstar, Dritte Wahl, Goldie 333 und Mieze getanzt und protestiert. Bis nach 21 Uhr wurde der Platz vor dem Brandenburger Tor immer noch voller.
Viele Teilnehmende trugen Schilder, auf denen sie unter anderem eine Stärkung von Bildung, Gesundheit und Sozialstaat statt blinder Aufrüstung forderten. Die Redebeiträge, die die Militarisierung in vielen Bereichen der Gesellschaft kritisierten, eine lebenswerte Zukunft für junge Menschen einforderten und eindringliche Zeugnisse von Verweigerung des Militärdienstes ablegten, wurden mit Begeisterung aufgenommen.
„Der breite Protest unter dem Motto ‚Unzwingbar‘ zeigt: Die jungen Menschen in diesem Land wollen keine Generation Wehrpflicht sein. Sie wollen nicht zum Töten ausgebildet werden“, sagt Annegret Krüger vom Netzwerk Friedenskooperative. „Hinter unserer Kundgebung steht ein breites Bündnis von Gruppen und Organisationen – von Friedensgruppen über Organisationen aus den Bereichen Seenotrettung, Klima und Gewerkschaften bis hin zu Jugendorganisationen und Schulstreikgruppen. Uns eint das Ziel, uns deutlich sichtbar gegen die Politik der Militarisierung zu stellen!“
Die MusikerInnen machten auf der Bühne starke Statements gegen Krieg und Wehrpflicht – darunter Disarstar („Meine Söhne geb‘ ich nicht“) und K.I.Z („Frieden“). Besonders symbolträchtig waren die Auftritte der Rostocker Band Dritte Wahl, die schon zu DDR-Zeiten ein Lied gegen die NVA geschrieben hatte, und des russischen DJs I’m DMA, der gemeinsam mit der deutschen Band „Guterzogene Assis“ performte, um zu zeigen, dass sie „lieber gemeinsam Musik machen wollen, als aufeinander zu schießen“.
„Das war die deutschlandweit erste Konzertkundgebung gegen die Wehrpflicht – und ein spektakulärer Brückenschlag: Junge Menschen und etablierte Gruppen aus verschiedenen Spektren haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam drängende friedens- und gesellschaftspolitische Forderungen auf die Straße zu tragen. Gleichzeitig sind wir dankbar dafür, dass die Musiker*innen unsere Idee auf so großartige Weise und ohne Honorar unterstützt haben. Ich denke, wir konnten heute zeigen, dass wichtiges politisches Engagement auch Spaß machen kann“, sagt Annegret Krüger.
Redebeiträge unter: https://www.unzwingbar.de/#programm