Die Vereinigten Staaten weiten ihre militärischen Einsätze in Lateinamerika aus. Unter dem Motto «Frieden durch Macht» haben sie sich in einem Sicherheitsabkommen mit rund zwanzig Ländern das Recht gesichert, direkt in der Region einzugreifen. US-Soldaten beteiligen sich bereits an Operationen in Ecuador gegen Drogenhandel und illegalen Bergbau.
Bis Anfang Mai kamen bei solchen Einsätzen über 170 Personen ums Leben, vorwiegend Fischer im Pazifik und in der Karibik. Besonders betroffen sind Gebiete mit Kokapflanzungen in den Anden und im Amazonas. In Peru hat die jahrzehntelange Militarisierung die Drogenproduktion nicht verringert, sondern sogar gesteigert. Gleichzeitig dienen diese Aktionen dazu, den Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Kupfer zu sichern und den Einfluss Chinas zurückzudrängen.
Kritiker werfen den USA vor, mit dem Begriff «Terrorismus» linke und soziale Bewegungen zu kriminalisieren. Vor Wahlen nehmen solche Einsätze zu, um politische Gegner zu schwächen. Das Abkommen schliesst Länder mit als sozialistisch geltenden Regierungen aus.