Wir ziehen den Hut vor

Martin Geilinger, dessen grünes Herz für die Selbstverwaltung schlägt.

Wer etwas erreichen will, muss etwas unternehmen. Nach diesem Motto lebt der grüne alt Kantonsrat Martin Geilinger. Somit ist er nicht nur aktiver Politiker, Vater von drei erwachsenen Töchtern, Liegevelofahrer, Fiedler und Ingenieur. Vielmehr wirkt er auch als unentwegter Pionier des selbstverwalteten Wohnens in Winterthur und als langjähriger Geschäftsstellenleiter und solider Vertreter der Selbstverwaltungsidee. Das alles mit einer seit Jahrzehnten erstaunlich entspannten Ausstrahlung und einem nicht versiegenden Engagement.
Die Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen (Gesewo) wurde 1984 von einigen wenigen IdealistInnen gegründet. Ziel war es, in Anlehnung an das Modell der Genossenschaft WOGENO Zürich attraktiven Wohnraum zu schaffen für Leute mit ökologischem Bewusstsein, die bereit waren, sich auf das Experiment Selbstverwaltung einzulassen, und eine möglichst ganzheitliche und gemeinschaftliche Lebensform anstrebten. Martin Geilinger kam 1987 dazu, und als mit der «Sagi Hegi» 1992 das erste Gesewo-Projekt verwirklicht werden konnte, bezog auch er mit seiner Familie eine der ingesamt 45 Wohnungen und beteiligte sich über viele Jahre hinweg aktiv am Selbstverwaltungsprozess vor Ort.
Als Geschäftsführer der Gesewo war er massgeblich beteiligt am Wachstumskurs der Genossenschaft. Die Gesewo hat über die 23 Jahre weitere 11 selbstverwaltete Häuser unter ihr Genossenschaftsdach geholt, unter anderem das imposante Projekt «Giesserei», ein Mehrgenerationenhaus mit 151 Wohnungen, 7 Gemeinschafts- sowie diversen Gewerberäumen, als bisher grösstes Wohn-Holzhaus der Schweiz. Und es funkoniert!

Trotz Skepsis und finanzieller Bedenken der «alten» Genossenschafter, mit denen auch Geilinger als Geschäftsleiter immer wieder konfrontiert wurde, konnte das Projekt realisiert werden und erfüllt heute das zentrale Anliegen der InitiantInnen, eine altersdurchmischte Siedlung zu realisieren, die das Verständnis zwischen den Generationen und die Solidarität unter der Bewohnerschaft fördert und gleichzeitig Immobilien der Spekulation entzieht. Hut ab für das wache Auge des alten Hasen über ein grünes Winterthur und sein Engagement für mehr gemeinschaftliche Siedlungen mit guter Architektur, währenddessen er dennoch Musizieren und Lachen nie vergessen hat ...

www.gesewo.ch