Satelliten: Gefahr für die Erdatmosphäre
Die Zahl der Satelliten im Erdorbit steigt rasant an. Was ihre Überreste in den obersten Schichten der Erdatmosphäre anrichten können, ist kaum erforscht. Wissenschaftler befürchten Konsequenzen für die Ozonschicht.

Mitte Dezember umfasste das Starlink-Netzwerk von Elon Musk genau 9.347 aktive Satelliten. 42.000 sollen es nach der derzeitigen Planung von SpaceX in den kommenden Jahren werden.

Die Menge an Weltraumschrott, die inzwischen aus dem Orbit in Richtung Erde zurückstürzt, ist gewaltig. Astrophysiker Manuel Metz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): "Vor zehn Jahren haben wir von etwa 100 Tonnen pro Jahr gesprochen, die in die Erdatmosphäre wiedereingetreten sind. Wir sind im Moment im Bereich des Acht- bis Zehnfachen, was im Jahr wiedereintritt und dort zum Verglühen gebracht wird."

Beim Verglühen entstehen Schadstoffe, deren Auswirkung auf die Atmosphäre und Ozonschicht noch nicht bekannt sind. Um herauszufinden, was genau beim Verglühen von Satelliten beim Wiedereintritt passiert, startet die Europäische Weltraumorganisation ESA im Jahr 2027 die "Draco-Mission". Sie könnte helfen, neue, umweltschonende Satelliten und Raketenbauteile zu entwickeln. Theoretisch gäbe es auch Alternativen zur Entsorgung durch Verglühen in der Erdatmosphäre: Etwa Recycling im Weltraum oder kontrollierte Abstürze ohne Verglühen auf unbewohntem Gebiet.