UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese, die Israels Vorgehen in Gaza als Genozid bezeichnet, stösst bei Auftritten in Deutschland auf systematischen Widerstand. Ein geplanter Vortrag an der FU Berlin im Februar 2025 zusammen mit Eyal Weizman wurde eine Woche vorher abgesagt – offiziell wegen «umfassender Kontroverse» und Sicherheitsbedenken. Ähnliches geschah zuvor in München.
Proisraelische Verbände und Politiker liefen heiss: Volker Beck von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), die Werteinitiative, Israels Botschafter Ron Prosor sowie Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) forderten die Absage. Interne Schreiben der DIG an den FU-Präsidenten warnten vor «antisemitischen Tropen» und Sicherheitsrisiken. Die DIG ist eng mit Politik vernetzt und erhält öffentliche Förderung.Auch die Polizei war involviert. Bei einer Ersatzveranstaltung in den Räumen der jungen Welt rückten 22 Polizeiwagen an. Das Muster zeigt, wie ein gut vernetztes Netzwerk aus Lobbygruppen, Medien und Politik kritische Stimmen zur israelischen Besatzung einschüchtert und Räume kündigt.