Wie viel Bank braucht der Mensch?

«Wall Street is back», titelt der Economist diese Woche. Die Finanzmärkte scheinen wieder so zu funktionieren wie früher, als hätte es eine Finanzkrise nie gegeben. Die Börsen jagen Rekorde, der DAX steht auf einem Allzeithoch. Und nun will auch Bundesfinanzminister Schäuble diese Woche noch eine Finanzmarktreform durch den Bundestag jagen, die nach dem großen Wurf aussehen soll, die aber eher eine Mogelpackung ist. Vor allem das viel gepriesene Trennbankensystem schützt vor Krisen nicht, wie schon die Geschichte zeigt.

Thomas Fricke entlarvt in seinem Buch  «Wie viel Bank braucht der Mensch? Raus aus der verrückten Finanzwelt» das Trennbankensystem als Reförmchen, das die Folgen eines Crashs mildern mag, aber eine Finanzkrise keinesfalls verhindern kann. Fricke fordert daher einen Ausstieg aus der Finanzwelt, wie wir sie kennen. Die Milliarden, die bislang in Spekulationsgeschäften versickert sind, müssen ab sofort in  wirklich relevante Projekte fließen, wie beispielsweise den Klimaschutz.

Thomas Fricke: Wie viel Bank braucht der Mensch? Raus aus der verrückten Finanzwelt. Westend-Verlag, 2013.  256 S. Fr. 28.90/€ 20.–. ISBN 
978-3-86489-036-9


Thomas Fricke zählt zu den profiliertesten wirtschaftspolitischen Kommentatoren hierzulande. Er war von 2002 bis 2012 Chefökonom der Financial Times Deutschland und seit 2009 auch Chefökonom der Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr (Capital, Börse Online, Impulse). Seit 2007 leitet er das Internetportal Wirtschaftswunder. Zuvor arbeitete er bei der Wirtschaftswoche, beim Manager Magazin und beim Pariser Wirtschaftsforschungsinstitut OFCE. 1998 erhielt der den Deutsch-Französischen Journalistenpreis.