Rund hundert Angehörige der indigenen Mayo-Yoreme haben in Sinaloa die Grundsteinlegung für eine geplante Methanolfabrik verhindert. Die Aktivistinnen und Aktivisten des Umweltkollektivs «Aquí No» stürmten das Gelände im Hafen von Topolobampo in der Bucht von Ohuira und demontierten den symbolischen Grundstein. Die Veranstaltung mit Vertretern der texanischen Firma Transition Industries, Politikern und dem US-Botschafter musste abgebrochen werden. Das Treffen wurde daraufhin in ein Hotel in Los Mochis verlegt.
Das Projekt Mexinol sieht den Bau einer grossen Methanolfabrik mit einer Investition von über drei Milliarden US-Dollar vor. Täglich sollen 160 Millionen Kubikfuss Fracking-Erdgas aus Texas verarbeitet und jährlich über zwei Millionen Tonnen Methanol produziert werden. Mitsubishi Gas Chemical will einen grossen Teil der Produktion abnehmen. Beteiligt sind auch Siemens Energy und die Weltbank-Tochter IFC.
Die indigenen Gemeinschaften kritisieren das Fehlen einer ordnungsgemässen Konsultation, obwohl das Gelände in ihrem angestammten Territorium liegt. Sie befürchten schwere Umweltschäden in der als Ramsar-Feuchtgebiet geschützten Bucht von Ohuira sowie Beeinträchtigungen von Fischerei und Lebensgrundlagen. Gouverneur Rubén Rocha Moya versprach, sich bei der Bundesregierung für eine indigene Konsultation einzusetzen. Der US-Botschafter bezeichnete das Vorhaben als Priorität der Trump-Regierung zur Stärkung der nordamerikanischen Energiesicherheit und mahnte mehr Sicherheit für Investoren an. Kritiker werfen externen Akteuren vor, kollektive Rechte der Indigenen zu missachten.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie erfolgreicher Proteste gegen petrochemische Grossprojekte an der Pazifikküste. Die Mayo-Yoreme und ihre Unterstützer fordern, dass Umweltschutz und indigene Rechte Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben müssen.