Der kubanische Aussenminister Bruno Rodríguez Parrilla hat am Sonntag bei einer öffentlichen BRICS-Sitzung in Neu-Delhi die Staatengemeinschaft als möglichen Faktor für Frieden, Sicherheit und Fortschritt des globalen Südens bezeichnet. Die BRICS-Staaten hätten das Potenzial, zum Aufbau einer neuen multilateralen, gerechten und demokratischen Weltordnung beizutragen, die auf der souveränen Gleichheit der Staaten und dem Völkerrecht basiere.
Rodríguez Parrilla rief dazu auf, gegen die «Philosophie der Ausbeutung» anzukämpfen, damit die «Philosophie des Krieges» ende. Diese manifestiere sich heute in aggressiven imperialistischen Begleiterscheinungen. Im Jahr des hundertsten Geburtstags von Fidel Castro erinnerte er daran, dass die kubanische Delegation zum gleichen Zeitpunkt in Indien eingetroffen sei wie Castro bei seinem ersten Besuch 1973.Der Minister forderte den Ersatz der ausbeuterischen internationalen Finanzarchitektur durch eine demokratischere Ordnung. Notwendig sei ein alternatives Finanzsystem, das den Prozess der Entdollarisierung vorantreibe. Die Verwendung nationaler Währungen sei ein wichtiger BRICS-Vorschlag. Die Neue Entwicklungsbank müsse sich als Alternative etablieren, damit Entwicklungsländer günstigeren Zugang zu Finanzmitteln erhielten.
Die strukturellen Probleme der Volkswirtschaften des globalen Südens seien Folge von Kolonialismus, neoliberalem Kapitalismus und Imperialismus. Rückläufige Exporte, instabile Rohstoffpreise, sinkende Direktinvestitionen, die bereits mehrfach getilgte Auslandsverschuldung und Kapitalflucht hemmten die Entwicklung. Der Klimawandel bedrohe die Existenz aller.Rodríguez Parrilla betonte die Notwendigkeit verstärkter Entwicklungsfinanzierung, Süd-Süd-Zusammenarbeit sowie den Transfer von Ressourcen, Technologien und Wissen ohne Auflagen. Ein offenes, transparentes und diskriminierungsfreies multilaterales Handelssystem mit besonderer Behandlung für Entwicklungsländer sei zentral. Die BRICS könnten zudem zur Demokratisierung von Wissenschaft, Technologie und künstlicher Intelligenz beitragen und einseitige Zwangsmassnahmen bekämpfen.