In Libyen werden die militärischen Kapazitäten im Osten und Westen des Landes weiter ausgebaut. Bei Militärparaden im Osten wurden unter anderem russische Panzer und Luftabwehrsysteme sowie chinesische und türkische Drohnen präsentiert. Auch im Westen wird weiteres militärisches Gerät beschafft. Das Waffenembargo der Vereinten Nationen gilt seit 2011. Berichte internationaler Beobachter dokumentieren wiederholt Verstösse gegen die Beschränkungen. Eine wirksame Durchsetzung bleibt jedoch schwierig.
Ein Bericht von «Libya Press» sieht in der Aufrüstung einen Ausdruck einer verfestigten Kriegsökonomie. Demnach dienen die Waffenbestände nicht nur militärischen Zwecken, sondern auch der Absicherung politischer Macht, der Kontrolle von Ölanlagen und Schmuggelrouten sowie der Finanzierung bewaffneter Netzwerke. Als wichtige Geldquellen nennt der Beitrag den illegalen Handel mit Treibstoffen, Ausgaben ausserhalb des regulären Staatshaushalts und mutmasslichen Missbrauch von Importgeschäften. Zugleich kritisiert er die internationale Gemeinschaft: Staaten, die das Embargo unterstützen, würden teilweise selbst Waffen liefern oder regionale Verbündete schützen. Der Beitrag fordert mehr Transparenz bei den staatlichen Finanzen und eine stärkere wirtschaftliche Unabhängigkeit der Bevölkerung von bewaffneten Gruppen.