Massenproteste in Indien
Deutschland intensiviert seine Wirtschafts-, Rüstungs- und Militärkooperation mit Indien, während erneut Massenproteste gegen die indische Regierung toben – diesmal, weil Millionen Minderheitenangehörigen das Wahlrecht entzogen wurde.

Deutschland baut seine Rüstungs- und Militärkooperation mit Indien aus. Vergangene Woche traf der neue deutsche Botschafter in New Delhi, Jasper Wieck, dort mit Verteidigungsstaatssekretär Rajesh Kumar Singh zusammen, um die Entwicklung der „strategischen Partnerschaft“ zwischen beiden Ländern zu diskutieren. Bereits zuvor hatten die EU und Indien ihr Freihandelsabkommen in Kraft gesetzt, um die Wirtschaftskooperation zu intensivieren. Deutsche Waffenschmieden wie TKMS, Diehl Defence und Rheinmetall haben umfangreiche Rüstungsgeschäfte angebahnt. 

Das jüngste Treffen von Wieck und Singh fand statt, während in Indien zum zweiten Mal in diesem Jahr Massenproteste gegen die Regierung eskalieren. Die Demonstranten fordern diesmal den Rücktritt des Leiters der Wahlkommission, dem vorgeworfen wird, das Wählerverzeichnis zugunsten der von der Bharatiya Janata Party (BJP) geführten Regierung manipuliert zu haben. Im Laufe des vergangenen Jahres wurde mehr als 130 Millionen Bürgern das Wahlrecht entzogen. Ein Großteil von ihnen – darunter besonders viele Frauen – gehört Minderheiten an, darunter Muslime sowie Angehörige indigener Völker und benachteiligter Kasten. Ihr Protest stößt auf brutale Repression.


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