Der Genfer Unternehmer und Ökonom Ludovic Malot, Präsident des Mouvement pour la souverainité, schlägt Alarm: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe sich still und leise in eine systemische Abhängigkeit vom amerikanischen Dollar-Block manövriert – und damit die Souveränität der Eidgenossenschaft aufs Spiel gesetzt. In einer strategischen Note vom April 2026 legt er einen umfassenden Reformplan von der Geldschöpfung bis zur Geopolitik vor.
Die trügerische Stabilität des Frankens
Malot beginnt mit einer ernüchternden Feststellung: Der Schweizer Franken habe seit 1971 gegenüber dem Gold 94,9 Prozent seines Wertes verloren. Die vielgepriesene Stabilität der Schweizer Währung sei eine Illusion – eine Fassade, hinter der sich eine schleichende Kaufkrafterosion verberge.
Schlimmer noch: Mit über 360 Milliarden CHF in amerikanischen Aktiven finanziere die SNB de facto das Defizit eines fremden Staates und unterwerfe das Volksvermögen dem exterritorialen Recht der USA. Von echter Neutralität könne unter diesen Umständen keine Rede sein.
Geldschöpfung reformieren, Sparer schützen
Auf monetärer Ebene prangert Malot das System der Geldschöpfung an, das es Privatbanken erlaube, rund 90 Prozent der Geldmenge aus dem Nichts zu schaffen. Die Folge: eine Hypothekarverschuldung von über 1100 Milliarden CHF, die die junge Generationen erdrücke und die Immobilienpreise in die Höhe treibe.
Malot fordert eine Verfassungsgarantie gegen Negativzinsen – die er als Beraubung der helvetischen Sparsamkeit bezeichnet – sowie eine parlamentarische Untersuchung der zwischen 2000 und 2008 verkauften 1300 Tonnen Gold, die er als nationales Desaster bewertet.
Gold zurück auf Schweizer Boden
Geopolitisch verlangt Malot die vollständige Rückführung der 1040 Tonnen Goldreserven, die teilweise in London und Ottawa lagern. Ein im Ausland deponiertes Gut sei eine pfändbare Forderung, keine echte Sicherheit. Parallel dazu solle die Schweiz die Anwendung ausländischer Gesetze wie FATCA oder den amerikanischen Cloud Act auf ihrem Staatsgebiet explizit verbieten. Bürger- und Vermögensdaten dürften ausschliesslich dem Schweizer Recht unterstehen.
Bargeld als Freiheitsgarantie
Im Bereich des Vermögensschutzes warnt Malot vor dem schleichenden Verschwinden des physischen Bargelds. Der Begriff «Franken» im Gegenvorschlag des Bundesrats zur abgelehnten Bargeldinitiative vom 8. März sei ein semantischer Trick, der das Bargeld der Volkskontrolle entziehe und es zu einem programmierbaren Instrument der SNB mache.
Ebenso lehnt er den automatischen internationalen Informationsaustausch über Immobilien und Privatvermögen ab: Totale Transparenz gegenüber transnationalen Behörden sei der erste Schritt zur Enteignung.
Die SNB unter parlamentarische Kontrolle
Abschliessend fordert Malot eine grundlegende Reform der SNB, deren Bilanz mittlerweile 110 Prozent des BIP übersteige. Er schlägt eine parlamentarische Aufsichtskommission vor, die die Anlagestrategie und Goldpolitik genehmigen müsse, sowie die Schaffung eines Helvetischen Staatsfonds für strategische Investitionen in Energie, Metalle und Infrastruktur.
Das gesetzliche Mandat der SNB solle künftig explizit die Kaufkrafterhaltung des Frankens gegenüber dem Gold einschliessen – und nicht länger die Abwertungspolitik der EZB oder der Fed nachahmen.
Malots Fazit ist unmissverständlich: Souveränität beginnt bei der Währung, beim Gold und beim Recht. Alles andere sei Vasallentum.
Ludovid Malot: Note stratégique Nr. 1: reconquérir la souveraineté de la confédération. April 2026