Die Anzahl der Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz hat laut der kürzlich veröffentlichten Kriminalstatistik schweizweit um fast 30 Prozent abgenommen, so der Tages-Anzeiger. Im Jahr 2020 seien noch 68’600 Fälle, vergangenes Jahr nur noch 48’208 registriert worden. Basel-Stadt steche mit einer Abnahme von 48,4 Prozent und St. Gallen mit 41,0 Prozent weniger Fällen hervor.
Aber die Schweizer Bevölkerung habe ihren Konsum von Betäubungsmitteln, beispielsweise Cannabis, Kokain oder LSD, im Grunde nicht verringert. Abwasserdaten zeigten, dass der Konsum vieler Substanzen mehr oder weniger konstant geblieben sei. Ein Grund für den offiziellen Rückgang des Drogenkonsums seien eher die abnehmende Kontrollen in den Kantonen.
Warum dies so ist, erklärt Christof Hartmann, SVP-Regierungsrat und Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements aus dem Kanton St. Gallen: «Schweizweit leidet die Polizei an Fachkräftemangel. Im Kanton St. Gallen sind bei der Regionalpolizei derzeit dreissig Stellen nicht besetzt.» Jann Leutenegger, Chef der Zürcher Kriminalpolizei, führt den Rückgang ebenfalls auf verringerte Kontrolle zurück. «Die Polizei fokussiert sich auf die Bekämpfung des schweren Handels der Betäubungsmittel»
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