Silber wird zum geopolitischen Rohstoff: Münzpreise explodieren, Staaten sichern sich Vorräte

USA und China stufen Silber als strategisches Material ein – Exportbeschränkungen und Industrienachfrage treiben Preise drastisch nach oben

Die US-Münzanstalt hat den Verkauf von Silbermünzen vorübergehend gestoppt, um neue Preise festzulegen – mit drastischen Folgen für Käufer. Der Preis für eine unzirkulierte Silver-Eagle-Münze stieg von 91 auf 169 US-Dollar, sowohl für die Ausgabe 2024 als auch für ältere Jahrgänge. Trotz der massiven Aufschläge wird mit anhaltend hoher Nachfrage gerechnet.

Hintergrund ist die wachsende strategische Bedeutung von Silber. Anders als Gold wird Silber überwiegend industriell genutzt: Mehr als die Hälfte der weltweiten Nachfrage stammt aus der Fertigung, etwa für Elektronik, Solarpanels, Elektromotoren und Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Ohne ausreichende Silbervorräte, so Experten, wäre die moderne Hochtechnologie kaum funktionsfähig.

Die USA haben Silber inzwischen offiziell als strategisches Metall eingestuft, was Berichten zufolge zu verstärkter staatlicher Bevorratung geführt hat. 

Auch China hat seine Kontrolle verschärft: Neue Exportregeln ab 2026 beschränken den Verkauf von Silber sowie weiterer Schlüsselmetalle wie Wolfram und Antimon. Zwar gibt es kein formelles Exportverbot, doch Branchenkreise sprechen von einer faktischen Aufwertung zu einem sicherheitsrelevanten Rohstoff – ähnlich den seltenen Erden.

Damit entwickelt sich Silber zunehmend vom Handelsgut zum geopolitischen Machtfaktor, während Staaten weltweit versuchen, ihre Versorgung langfristig abzusichern.