Friede ist ansteckend
Ich bin überzeugt, dass der Friede unsere Zukunft ist. Friede ist genauso ansteckend wie Freude, Humor und Gesundheit. Was wir in uns tragen, strahlen wir aus und beeinflussen damit unser Umfeld. (…) In meinem eigenen Herzen schaffe ich Frieden, indem ich mir selbst und anderen vergebe, egal was passiert ist. Ohne Frieden im eigenen Herzen ist auch kein Friede rundherum.
Ich vermeide es, über andere Menschen schlecht zu sprechen und setze dies immer mehr auch in meinen Gedanken um. Das ist permanente Arbeit an mir selbst. Ausserdem bin ich daran zu lernen, mir kein Urteil mehr über andere anzumassen, weil ich nicht wissen kann, was sie in ihrem Innersten bewegt und wovon sie angetrieben werden.
Ich bete / bitte Gott für das Heil, das Wohlergehen meiner Mitmenschen. Gebete haben eine enorme Wirkung, vorausgesetzt, dass man daran glaubt und sich an der guten Quelle anschliesst. Soweit es in meiner Macht steht, bin ich für andere da, wenn sie meine Hilfe brauchen.
Täglich bete / bitte ich um den Frieden auf der Welt und schliesse mich damit den unzähligen Menschen auf dieser Erde an, die dasselbe tun, indem sie sich mit der höchsten Quelle verbinden und beispielsweise meditieren, beten, singen. (…) Es ist eine Lüge, wenn jemand uns glauben machen will, der einzelne Mensch könne nichts tun, denn jede/r ist verantwortlich für sein/ihr eigenes Leben und mitverantwortlich für sein/ihr Umfeld und damit auch für die Gesamtsituation, in der wir leben.
Fazit: Wenn wir das Gute und den Frieden stärken wollen, müssen wir uns auch mit dem Guten und allem, was Frieden bedeutet, beschäftigen!
Renate Frutiger
Meine Anregungen für den Frieden
- beten und/oder meditieren (z.B. montag abends, nach Anregung Ihrer Kollegin Eva-Maria Gent)
- seine Energie nicht verschwenden im gegen jemand oder etwas zu sein, sondern im Aufbau/Tun des Neuen und dies zu leben (jeder in seinem Rahmen, wie er kann, das können auch ganz kleine Dinge sein).
- Die Veränderung nicht von der Politik erwarten. WIR müssen die Veränderung machen (frei nach Gandhi).
Peter Müller
Ein Vorbild
Zur Frage nach mutmachenden Vorbildern, die einem helfen können, in der Gegenwart immer wieder Vertrauen zu fassen und aktiv zu werden. Nach dem 2. Weltkrieg hatte George Ritchie, ein junger amerikanischer Soldat, mit seiner Truppe die Aufgabe, die Gefangenen eines Konzentrationslagers zu befreien und für sie zu sorgen. Es war seine erschütternste Kriegserfahrung, diesen tausenden, eines langsamen Hungertodes Sterbenden, zu begegnen, von denen vielen nicht mehr geholfen werden konnte. Unter diesen Gefangenen fiel einer auf, dessen Energie unermüdlich war, der fünf Sprachen fliessend sprechen konnte und für die Amerikaner zum Helfer und Übersetzer wurde. Auch war er der Vertraute der verschiedensten Gefangenengruppen. George Ritchie kam mit ihm über seine eigene Situation ins Gespräch: Er war Rechtsanwalt in Warschau und hatte mit seiner Frau und 5 Kindern im jüdischen Sektor gelebt. Als die Deutschen die Strasse erreichten, wo sie wohnten, stellten sie jeden an die Wand und erschossen sie. Ihn nahmen sie mit, da er deutsch sprach. «In diesem Moment», so berichtete er, «musste ich mich entscheiden, ob ich mich dem Hass den Soldaten gegenüber hingeben wollte, die das getan hatten. Es war eine leichte Entscheidung. Ich war Rechtsanwalt. In meiner Praxis hatte ich zu oft gesehen, was der Hass im Sinn und an den Körpern der Menschen auszurichten vermochte. Der Hass hatte gerade sechs Personen getötet, die mir das meiste auf der Welt bedeuteten. Ich entschied mich dafür, dass ich den Rest meines Lebens - mögen es nur wenige Tage oder viele Jahre sein - damit zubringen wollte, jede Person, mit der ich zusammen kam, zu lieben.»
Und George Ritchie ergänzt: «Jede Person zu lieben ... das war die Kraft, die den Mann in allen Entsagungen so wohl erhalten hatte.» Aus dem Buch «Rückkehr von morgen» von George Ritchie.
Judith Wagner, Bertschikon
Kinderdorf Pestalozzi: Peace Education and Empowerment Summit
Ein Ort, an dem solche Beiträge seit Jahrzehnten wachsen, ist das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen. Entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Überzeugung heraus, dass Frieden mit Bildung beginnt, bringt es bis heute Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen zusammen – mit dem Ziel, interkulturelle Verständigung, globale Dialogfähigkeit und demokratische Verantwortung zu fördern. Friedensbildung ist dabei kein abstraktes Konzept, sondern gelebte Praxis. In aktuellen Projekten in der Schweiz arbeiten Kinder und Jugendliche zu Themen wie Zusammenleben, Mitbestimmung und globaler Verantwortung – immer mit Raum für Begegnung und Perspektivenwechsel. Ein neues Beispiel ist der 2026 erstmals stattfindende Peace Education & Empowerment Summit, der Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenbringt, um sich aktiv mit Frieden, Teilhabe und Selbstwirksamkeit auseinanderzusetzen. Er findet vom 28. November bis 5. Dezember 2026 statt und wird vom Kinderdorf Pestalozzi gemeinsam mit dem Youth Peace Ambassador Network (YPAN) organisiert: https://www.pestalozzi.ch/de/node/615
Lino Dörig, Trogen
Da und offen sein
Mit und in den Füssen den Boden spüren.
Die Energie unserer Erde durch den Körper strömen lassen
und sich im und mit dem Rückgrat aufrichten:
Aufrecht und aufrichtig, wahrhaftig und wirklich da sein.
Der Welt, wie sie ist, gewachsen sein und stand halten.
Den Kopf für das Licht des Himmels öffnen
und vom Wissen ins Tun kommen.
Ueli Keller, Allschwil