An der 14. Nationalen Maritimen Konferenz in Emden dominierte die Militarisierung der Seefahrt. Über 800 Vertreter von Reedereien, Häfen und Werften hörten von Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen Politikern, dass maritime Infrastrukturen vor hybriden Bedrohungen geschützt werden müssten – mit viel Steuergeld.
Während Proteste unter dem Motto «Friedensfähig statt kriegstüchtig» stattfanden, blieb für zivile Häfen wenig übrig. Forderungen nach stärkerer Bundesfinanzierung für Unterhalt und Ausbau wurden abgelehnt. Stattdessen sollen Mittel aus dem Sondervermögen vor allem für aufrüstungsbezogene Projekte fliessen. Werften profitieren von Grossbürgschaften und dem boomenden Marineschiffbau, der bis zu 100'000 neue Stellen schaffen soll.
Deutsche Reeder vergeben indes 98 Prozent ihrer Neubauaufträge nach China, geniessen aber weiter Subventionen wie die Tonnagebesteuerung. Die Zeitenwende prägt die Branche: Handel und Zivilwirtschaft treten hinter militärischen Prioritäten zurück.