Deutschland plant Zwangsdienst für Reservisten in Friedenszeiten
Arbeitgeber, AfD und Friedensbewegung üben scharfe Kritik

Die Bundesregierung will künftig verpflichtende Wehrübungen für Reservisten der Bundeswehr auch in Friedenszeiten einführen. Betroffen sind ehemalige Wehrdienstleistende bis Alter 45 oder 65 Jahre. Die Massnahmen sollen die Reserve von derzeit rund 60'000 auf 200'000 Personen vergrössern. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall wären die Einsätze unbegrenzt. 

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert Planbarkeit und rechtssichere Transparenz für die Betriebe. Die Unternehmen brauchten Ausgleich zwischen Bundeswehrbedarf und betrieblichen Erfordernissen. Die AfD warnt vor erheblichen Nachteilen für Reservisten auf dem Arbeitsmarkt und kaum lösbaren organisatorischen Problemen für Firmen. Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen spricht von staatlichem Zwang und Kriegsvorbereitung. Betroffene könnten ihr Recht auf Kriegsdienstverweigerung geltend machen.