Die EU blockiert weiterhin eine aktive Rolle bei möglichen Friedensverhandlungen in der Ukraine. Nachdem Kremlchef Putin den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Spiel gebracht hatte, erteilte die EU eine klare Absage.
EU-Chefdiplomatin Kallas begründete die Ablehnung damit, dass Schröder als Lobbyist für russische Staatsunternehmen wie Gazprom tätig gewesen sei. „Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug“, sagte sie. Putin wolle mit Schröder jemanden, „der gewissermassen auf beiden Seiten des Tisches sitzt“.
Die österreichische Aussenministerin Meinl-Reisinger betonte, die EU werde selbst über einen Vermittler entscheiden – nannte jedoch keinen Namen. Intern herrscht Uneinigkeit: Kallas gilt als zu russlandkritisch für Moskau, Macron wünscht sich einen Franzosen, doch andere Mitgliedstaaten wie Deutschland unter Kanzler Merz blockieren. Ratspräsident Costa bleibt ebenfalls ohne konkreten Vorschlag.
Kritiker werfen der EU vor, bisher vor allem gebremst zu haben. Statt konstruktiver Diplomatie dominierten Maximalforderungen wie die Schwächung Russlands. Damit bleibt unklar, ob und wie die EU überhaupt zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist