Die EU-Kommission warnt angesichts stark gestiegener Energiepreise vor einer neuen Finanz- und Schuldenkrise in Europa. Seit Beginn des Irankriegs verteuerten sich Energieimporte um rund 60 Prozent, was Regierungen zu milliardenschweren Entlastungspaketen zwingt.
Laut EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis droht ein Stagflationsschock mit schwachem Wachstum und hoher Inflation. Gleichzeitig sei der fiskalische Spielraum vieler Staaten bereits begrenzt, da die Schuldenquote seit 2019 deutlich gestiegen ist. Auch die OECD senkte ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone und erwartet höhere Inflation.
Die EU mahnt daher gezielte und zeitlich begrenzte Maßnahmen an, um eine Eskalation der Staatsverschuldung zu verhindern. Dennoch reagieren viele Länder bereits mit Steuersenkungen und Preisbremsen.
In Deutschland hingegen blockiert ein Streit innerhalb der Regierung schnelle Entscheidungen über Entlastungen. Parallel verschärft sich die Lage durch drohende Engpässe bei Kerosin und ausbleibende Fortschritte in den Iran-Verhandlungen. Solange der Konflikt andauert, bleiben hohe Energiepreise und wirtschaftliche Unsicherheiten bestehen.