Die deutsche Gewerkschaft IG BAU hat auf ihrem Gewerkschaftstag in Kassel weitreichende Beschlüsse gefasst. Sie versteht sich als erste Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), die sich ausdrücklich als Friedensgewerkschaft positioniert. Sie lehnt Aufrüstung, Wehrpflicht und jede Form einer verpflichtenden zivilen Dienstpflicht ab. Statt militärischer Ausgaben fordert sie Verhandlungen, internationale Abrüstung und die Umwidmung der für das Militär vorgesehenen Sondermittel in zivile Projekte.
Im Gespräch mit der Zeitung «junge Welt» erläutert IG-BAU-Vertreter Jörn Rieken, dass die Gewerkschaft auch andere DGB-Mitglieder zu einer kritischeren Haltung bewegen will. Innerhalb von Verdi, der GEW und der IG Metall gebe es bereits entsprechende Debatten und Beschlüsse.
Neben der Friedenspolitik setzt die IG BAU einen Schwerpunkt auf bezahlbares Wohnen. Sie fordert mehr Sozialwohnungen, eine stärkere Besteuerung grosser Vermögen und Erbschaften sowie die Vergesellschaftung profitorientierter Immobilienkonzerne. Die Gewerkschaft will entsprechende Initiativen künftig bundesweit unterstützen.