Bundesrat plant Fusion von Zivildienst und Zivilschutz
Neuer Angriff auf zivile Dienstpflicht

Kaum zwei Wochen nach der hauchdünnen Annahme der Revision des Zivildienstgesetzes an der Urne vom 14. Juni bereitet der Bundesrat bereits weitere Einschränkungen vor. Er will Zivildienst und Zivilschutz zum sogenannten Katastrophenschutz zusammenlegen. Kritiker sehen darin den nächsten Schritt zur schrittweisen Abschaffung des Zivildienstes. 

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) kritisiert das Vorhaben scharf. «Dass der Bundesrat trotz des knappen Abstimmungsresultates am Zivildienst sägt, ist mehr als bedenklich», sagt Joris Fricker, politischer Sekretär der GSoA. Der Zivildienst ermögliche gewissensgeplagten Personen einen anerkannten Dienst an der Gesellschaft. Eine Fusion mit dem Zivilschutz entspreche nicht dem ursprünglichen Charakter und schwäche beide zivilen Alternativen zugunsten der Armee. 

Fricker bezeichnet die Pläne als Affront gegenüber den Zivis, die seit Jahrzehnten wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfüllten – wichtiger als der Dienst an der Waffe. Die GSoA will sich weiterhin gegen jede Schwächung wehren und ist bereit, den Vorschlag an der Urne zu bekämpfen.