Nach Einschätzung der Europäischen Kommission könnten in der EU bis zu eine Million Arbeitsplätze gefährdet sein. Darüber berichten Bloomberg und Politico unter Berufung auf das Frühjahrspaket des Europäischen Semesters. Allein die Folgen der Energiekrise könnten 2026 rund 560'000 Stellen kosten. Besonders betroffen sind Bauwirtschaft, Chemie, Stahl und Transport.
Im Zentrum der Sorgen steht jedoch die deutsche Autoindustrie. Dort könnten laut den von Politico zitierten Kommissionszahlen bis zu 600'000 Arbeitsplätze verloren gehen. Als Hauptursachen gelten die hohe Kostenbelastung europäischer Hersteller sowie die wachsende Konkurrenz aus China im Markt für Elektrofahrzeuge. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, sagte gegenüber Finance.si, die deutsche Autoindustrie müsse Kosten senken und mutiger in neue Technologien investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Auch die Batterie- und Solarindustrie geraten unter Druck. Die EU-Kommission setzt deshalb verstärkt auf Weiterbildung und Umschulung. Dennoch deuten die neuen Prognosen auf eine Abschwächung des europäischen Arbeitsmarkts hin. Für Deutschland wäre ein Stellenabbau besonders folgenreich, da zahlreiche Zulieferer, Maschinenbauer und ganze Industrieregionen von der Automobilbranche abhängen.