Mit rund 110'000 Besuchern hat die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin 2026 einen neuen Rekord aufgestellt. Auf dem Gelände des Flughafens BER präsentierten 765 Aussteller aus 37 Ländern zivile und militärische Luftfahrttechnik – darunter Kampfjets, Raketenabwehrsysteme und vor allem Drohnen. Besonders auffällig war die Präsenz israelischer Rüstungsfirmen wie Elbit Systems, Rafael und Israel Aerospace Industries (IAI), die ihre Systeme offensiv als «battle-tested» unter realen Kriegsbedingungen anpriesen.
An den Ständen zeigten grossflächige Monitore Animationen und reale Aufnahmen der Waffensysteme, die in Gaza, im Libanon und im Westjordanland zum Einsatz kommen. Während die Messeleitung auf «politische Neutralität» pocht und betont, nur das Kriegswaffenkontrollgesetz sei massgeblich, kritisieren Beobachter die Normalisierung von Kriegstechnik. ILA-Pressesprecherin Britta Wolters verwies auf das grosse Interesse an Drohnen und KI-gestützten Systemen. Die geopolitische Lage habe das Publikum zusätzlich angezogen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war zur Eröffnung anwesend. Die ILA findet vor dem Hintergrund massiver deutscher Aufrüstungspläne statt. Israel Aerospace Industries unterzeichnete zudem eine Absichtserklärung mit Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zur Gründung eines Innovationszentrums in Berlin-Adlershof. Die Bundeswehr nutzt bereits Heron-TP-Drohnen des Konzerns.
Zwischen Flugshows und Technikbegeisterung schlenderten Tausende Familien mit Kindern über das Gelände. Kritiker sehen darin eine gefährliche Vermischung von Familienerlebnis und Rüstungsmarketing. Die Messe zeige, wie weit die Normalisierung von Aufrüstung in Deutschland fortgeschritten sei.