Die Friedenstaube: Ein neues Online-Medium für den Frieden entsteht
Seit zwei Wochen ist die Friedenstaube im Testmodus online: das «einzigartige, unzensierbare» neue Organ der Friedensbewegung, gestartet vom Autor (unter anderem des Zeitpunkt) Milosz Matuschek. Das Projekt verdient unsere Aufmerksamkeit – schauen Sie einmal rein!
Friedenstaube: www.tinaovalle.com/Grafik: Janosch Resch
Friedenstaube: www.tinaovalle.com/Grafik: Janosch Resch

«Eine neue Friedenspublikation entsteht, unzensierbar und dezentral – und Sie können dabei sein.» So rief MiloszMatuschek in die Welt – und namhafte Autoren, die im Mainstream gecancelt werden, haben ihre Beiträge angekündigt.

Es geht in diesem neuen Medium um die «unübersehbare, wie skandalöse» Gegenwart: Das angebliche Friedensprojekt Europäische Union rüstet zum Krieg. Im «Nie-Wieder-Krieg»-Land Deutschland prügeln die Kriegstreiber hunderte Milliarden durch einen abgewählten Bundestag, Wahlbetrug inklusive: «Kein Weltkrieg ohne uns!»

«Corona ist abmoderiert», meint Matuschek. «Das neue Virus heisst Russland. Was jetzt kommt, kennen Sie schon von der Corona-Generalprobe: Spaltung, Diffamierung, Propaganda, Zensur, irre Milliardenausgaben, Ausnahmezustand, Kriegswirtschaft, Kriegszustand.» Was tun? Dazu stellt Matuschek das Friedenslied von André Heller voran:

Vom Schrei nach dem Frieden ist hier die Luft ganz schwer,
Der Friede, der Friede, wo kommt denn der Friede her?
Der kommt nicht vom blossen Fordern,
Der kommt nur, wenn wir ihn tun,
Und wenn in unseren Seelen die Mörderwaffen ruhn.
Wenn wir Gewalt verweigern, in Sprache, Not und Streit,
Wenn wir als Haltung lieben, Zeit unsrer Lebenszeit.
André Heller (*1947)

Mit der «Friedenstaube» will Matuschek den Kriegstreibern einen Strich durch die Rechnung machen. «Bringen wir die Stimmen für den Frieden an einen Tisch! Wir lassen die Friedenstaube fliegen, die erste unzensierbare Friedenspublikation der Welt auf Nostr und Pareto.» Unzensierbar - wer hätte noch vor einigen Jahren gedacht, dass das wieder zum grössten Argument für ein journalistisches Medium werden würde. Schaut man auf die Versuche, kritischen Medien Druck zu machen, ihnen Konten zu sperren, sie mit Strafanzeigen zu bedrängen, ihnen Werbeanzeigen und damit die ökonomische Grundlage zu entziehen und zu canceln, ist das das Wichtigste geworden.  

Die Vielfalt der zu bearbeitenden Themen ist gross. «Wir wollen aufklären und informieren: über Diplomatie und Strategien für den Frieden; über Lügen, Propaganda und Manipulation; über Verschwendung, Völkerrechtsbrüche und Kriegsverbrechen. Wir nehmen kein Blatt vor den Mund, egal ob hybride Kriegsführung, kognitive Kriegsführung oder sonstige neuartige Methoden der Kriegsführung. Wir wollen die Friedenswilligen vereinen und der Friedensbewegung eine starke Stimme verleihen, quer durch alle Lager. Wer auch immer jetzt das Lied vom Tod anstimmt, wird es unter den kritischen Augen der Öffentlichkeit machen müssen.»

Matuscheks neues Medienprojekt beruht auf einer Technologie namens Pareto, auf der ein Autorenblog und ein Newsletter aufgebaut wird. Damit können alle Formate bedient werden: Text, Bild, Podcast, Video und Stream. Die Friedenstaube ist online und auf Wunsch als gedrucktes Organ geplant. Im Moment befindet sie sich im Testmodus.

Die Friedenstaube soll – wie übrigens auch der Zeitpunkt – von einer Kernredaktion und vielen freien Autoren auch aus dem Ausland getragen werden. Auch Bürgerjournalismus ist gewünscht, jeder soll eine Stimme bekommen. Wer sich selbst als Autor oder Autorin beteiligen möchte, schreibe an: milosz@pareto.space

Recht bekannte Autoren haben bereits Beiträge zugesagt, darunter Dr. Ulrike Guérot, Mathias Bröckers, Dr. Daniele Ganser, Tom-Oliver Regenauer, Prof. Dr. Michael Meyen, Jonas Tögel, Jürgen Müller und mehr. In dieser Woche ging der erste Beitrag von Michael Meyen online: «Medien und Macht = Verrat», eine Buchbesprechung über Patrick Lawrence Erfahrungen im US-Journalismus. Und Tom-Oliver Regenauer veröffentlichte einen neuen Essay: «Krieg? Sag nein». Der Beitrag verweist gleichzeitig auf seinen eigenen Blog. Insofern kann die Friedenstaube auch als Autorenkollektiv verstanden werden: Man hofft auf eine Synergie zwischen erfolgreichen Autorenblogs, die die Friedenstaube als gemeinsames Organ und auch ein wenig als Schaufenster nutzen.

Finanzieren will sich die Friedenstaube – wie viele heutige freie Medien – nicht durch Sponsoren, Konzernwerbung oder staatliche Gelder, sondern ausschliesslich durch Spenden, Mitgliederbeiträge und Abos. Die Friedenstaube soll als Publikationsgenossenschaft geführt werden - und damit «allen und niemandem gehören». Für die Genossenschaft sammelt das Team um Milosz Matuschek mindestens 100 000 Franken die den Redaktionsbetrieb für ein Jahr sichern sollen. Ein Jahresabo gibt es ab 50 Franken, ab 1000 Franken kann man Genossenschafter mit Stimmrecht werden. Auch die Bezahlung mit Bitcoin ist möglich. Vorerst gibt es die Artikel kostenfrei per Mail ins Postfach, vorerst für alle kostenfrei und ohne Paywall. Bezahlabos sollen erst zu laufen beginnen, wenn ein Monetarisierungskonzept für die Inhalte steht.

Ob die Friedenstaube in der Fülle der bestehenden freien Medien bestehen und abheben wird, wird sich zeigen. Ein redaktionelles Konzept habe ich noch nicht entdecken können. Aber die Verve und der Mut des Urhebers und der Autoren ist beeindruckend - und wie jede weitere Initiative zu einer wirklich freien Presse - absolut unterstützenswert.

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