Die Abstimmungskampagne zur Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung» ist gestartet. Die Initiative will den Netto-Selbstversorgungsgrad der Schweiz auf 70 Prozent steigern, die Produktion und den Konsum pflanzlicher Lebensmittel fördern sowie Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und sauberes Trinkwasser schützen.
Angesichts zunehmender globaler Krisen, Hitzesommer und Wassermangels sei eine bessere Vorbereitung auf Mangellagen dringend nötig, betonten die Initianten an der Medienkonferenz. Bundesrat Guy Parmelin habe selbst gewarnt, dass die Schweiz bei Importausfällen «jeden zweiten Tag nichts zu essen» habe. Heute stammen über die Hälfte der Lebensmittel aus dem Ausland, während 60 Prozent der Ackerflächen für Tierfutter genutzt werden.
Die Initiative fordert eine Neuausrichtung der Agrarpolitik: Weniger Pestizide und Überdüngung, Priorisierung pflanzlicher Nahrungsmittel auf Ackerland und besseren Schutz des Grundwassers. Eine kürzlich publizierte Studie zeige, dass die Schweiz sich zu über 100 Prozent selbst versorgen könne, wenn Grasland für Wiederkäuer und Ackerland für den Menschen genutzt werde.
Initiantin Franziska Herren kritisierte, dass der Verfassungsauftrag zur Landesversorgung (Art. 102 BV) bisher ignoriert werde. Die Initiative schaffe zudem neue Marktchancen für Landwirtinnen und Landwirte und senke langfristig Umwelt- und Gesundheitskosten von jährlich 31,8 Milliarden Franken.Die Abstimmung wird voraussichtlich 2027 stattfinden.
Das Livestream-Video zur Pressekonferenz kann unter diesem Link abgerufen werden.