G7 ohne Einigkeit: Gipfel endet erstmals ohne gemeinsames Schlusscommuniqué
Streit über Russland und die Ukraine überschattet das Treffen. Trump distanziert sich von der europäischen Linie

Der G7-Gipfel im französischen Évian hat die wachsenden Spannungen innerhalb der westlichen Staatengruppe offenbart. Erstmals verzichteten die Teilnehmer auf ein gemeinsames Schlusscommuniqué und veröffentlichten stattdessen mehrere Einzelerklärungen. Hauptstreitpunkt war der Ukrainekrieg und der künftige Umgang mit Russland.

Während Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, Kanada und die übrigen europäischen Teilnehmer den Druck auf Moskau mit weiteren Sanktionen und zusätzlicher Militärhilfe erhöhen wollen, setzte US-Präsident Donald Trump deutliche Gegenakzente. Er bezeichnete den Ausschluss Russlands aus der damaligen G8 als Fehler und erklärte, der Krieg wäre möglicherweise vermeidbar gewesen, wenn Moskau weiterhin am Tisch gesessen hätte.

Auch gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zeigte Trump demonstrative Distanz. Nach Medienberichten machte er zudem klar, dass der Krieg für die USA keine Priorität darstelle, da er sich «tausende Meilen entfernt» abspiele.

Die europäischen G7-Staaten bekräftigten dagegen ihre Unterstützung für die Ukraine und kündigten weitere Sanktionen gegen Russlands Energie- und Finanzsektor sowie zusätzliche Lieferungen von Luftverteidigungssystemen an.

Der Gipfel machte damit deutlich, dass die westliche Allianz in zentralen sicherheitspolitischen Fragen zunehmend auseinanderdriftet. Die Uneinigkeit zwischen Washington und den europäischen Verbündeten dürfte den Handlungsspielraum der G7 in internationalen Krisen weiter einschränken.


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