Iran: Die Nachbarn könnten den nächsten Krieg verhindern
Jeffrey Sachs und Sybil Fares fordern die Golfstaaten auf, ihr Land für neue Angriffe zu sperren und eine eigene Sicherheitsordnung aufzubauen.
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Trump und Netanyahu in Mar a lago am 29. Dezember 2025. Foto: Jim Watson

Der Krieg gegen Iran ist nicht beendet, sondern nur unterbrochen. Jeffrey Sachs und Sybil Fares warnen vor einer neuen Offensive Israels und der USA. Ihr Vorschlag: Die arabischen Staaten müssen selbst zur Friedensmacht werden.

Die Autoren sehen hinter dem Krieg Israels Streben nach regionaler Vorherrschaft und den Versuch Washingtons, seinen Einfluss zu sichern. Die amerikanischen Militärstützpunkte am Golf hätten ihren Gastländern keine Sicherheit gebracht, sondern sie im Krieg zu Angriffszielen gemacht.

Deshalb sollten Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und ihre Nachbarn gemeinsam erklären, ihre Gebiete und Lufträume nicht für neue Angriffe auf Iran zur Verfügung zu stellen. Eine Normalisierung der Beziehungen mit Israel solle zudem von einer politischen Lösung für Palästina abhängen. Ob zwei Staaten, ein gemeinsamer demokratischer Staat oder eine Konföderation: Entscheidend seien Sicherheit und Selbstbestimmung für Israelis und Palästinenser.

Der zweite Hebel wäre eine regionale Sicherheitsordnung unter Einschluss Irans. Die Golfstaaten, Ägypten, die Türkei, Irak und Pakistan sollten Gewaltverzicht und freie Schifffahrt vereinbaren sowie auf eine atomwaffenfreie Zone hinarbeiten, die langfristig Israel umfasst. Vermittlung durch Katar, Pakistan und Oman könnte der Anfang sein.

Leicht wäre das nicht. Es bedeutete, bisherige Bündnisse neu auszurichten. Katar vermittelt derzeit zwischen Washington und Teheran, doch Sanktionen, die amerikanische Seeblockade und Irans Atomprogramm verhindern bisher eine Einigung.

Sachs und Fares setzen auf eine Verschiebung der Macht: Die Staaten der Region sollen nicht länger Schauplatz fremder Kriege sein, sondern ihren Handlungsspielraum gemeinsam nutzen. Damit ein neuer Krieg nicht nur verschoben, sondern verhindert wird.

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