Am Freitag, dem 9. Januar, gegen 7:20 Uhr morgens fuhren sechs Traktoren der Confédération paysanne in Begleitung von Bäuer:innen und Aktivist:innen vom Soulèvements de la terre, Collectif Colère Cancer und der CGT Paris (Gewerkschaftsbund) auf die Pariser Ringautobahn, um die Wut der Bauern gegen das EU-Mercosur-Abkommen, gegen das katastrophale Krisenmanagement bei der ansteckenden nodulären Dermatose der Rinder (DNC), für die Beendigung der Massenschlachtungen und für ein Ende der Co-Verwaltung der Agrarpolitik durch die FNSEA (Französischer Bauernverband) zum Ausdruck zu bringen. Die Traktoren führten anschließend eine Schneckentempo-Aktion von der Porte de Montreuil bis zur Porte Maillot durch, also auf der Hälfte der Pariser Ringautobahn. Bäuerinnen und Bauern sowie Aktivistinnen und Aktivisten schlossen sich zu Fuß dem Marsch zum Arc de Triomphe an, um die Aktion zu unterstützen. Dort wurden sie von den Ordnungskräften brutal empfangen, die die nationalen Sprecher der Confédération paysanne, Thomas Gibert und Stéphane Galais, verhafteten und in Gewahrsam nahmen.
In der gemeinsamen Erklärung heisst es, diese Ratifizierung sei eine wirtschaftliche Kriegserklärung an die Bauernschaft auf beiden Seiten des Atlantiks. Sie lasse auf eine weitere Beschleunigung des allgemeinen Wettbewerbsdrucks auf den Weltmarkt für Agrarprodukte schließen.
Die ersten Opfer dieses Krieges werden die Bäuer:innen selbst sein, die einmal mehr aufgefordert werden, sich zu „modernisieren“ oder zu verschwinden.
Die großen Gewinner der Unterzeichnung der Freihandelsabkommen seien die Agrochemiekonzerne (BASF, Bayer-Monsanto, Corteva, Syngenta), die massenhaft Pestizide exportieren, die in Südamerika auf den Feldern eingesetzt werden, bevor sie in unsere Verkaufsregale zurückkehren.
Die Hälfte der französischen Importe aus den Mercosur-Ländern sind Futtermittel, insbesondere Mais-Soja-Mischungen, die zu Monokulturen auf der Fläche ganzer Länder wie zum Beispiel in Paraguay führen. Wir verurteilen diesen Chemie-Kolonialismus, der verheerende Auswirkungen auf die Umwelt, die Landwirtschaft und die Gesundheit hat und zum Verschwinden von Polykultur-Tierhaltung beiträgt.