US-Abgeordnete fordern Untersuchung zu religiöser Rhetorik im Militär im Zusammenhang mit Iran-Einsatz

Berichte über Endzeit-Prophezeiungen als Begründung für Militäreinsätze lösen Forderung nach Untersuchung durch Pentagon-Kontrolleure aus

30 demokratische Mitglieder des US-Repräsentantenhauses haben eine Untersuchung zu möglichen religiös motivierten Äusserungen innerhalb der US-Streitkräfte im Zusammenhang mit dem Konflikt mit Iran gefordert.

Die Co-Vorsitzenden des Congressional Freethought Caucus, Jared Huffman und Jamie Raskin, sowie die Abgeordnete Chrissy Houlahan wandten sich gemeinsam mit 27 weiteren Abgeordneten an den Generalinspekteur des US-Verteidigungsministeriums.

Hintergrund sind anonyme Beschwerden von Soldaten, wonach militärische Vorgesetzte US-Militäroperationen gegen Iran mit religiösen Prophezeiungen oder apokalyptischer Theologie begründet hätten.

Die Abgeordneten betonen, dass angesichts möglicher militärischer Eskalation und hoher menschlicher sowie finanzieller Kosten eine strikte Trennung von Staat und Religion im Militär entscheidend sei. Militärische Entscheidungen müssten auf Recht, Fakten und strategischen Erwägungen basieren – nicht auf religiösen Endzeitvorstellungen.

Zugleich sehen die Politiker die Vorwürfe im Kontext eines breiteren politischen Klimas, in dem Verteidigungsminister Pete Hegseth und andere Regierungsvertreter Nahostpolitik öffentlich in religiösen Begriffen beschrieben hätten.

Die Abgeordneten fordern daher eine unabhängige Untersuchung. Diese soll klären, ob entsprechende Aussagen tatsächlich gefallen sind, ob sie gegen Pentagon-Richtlinien zur religiösen Neutralität verstossen und ob Soldaten, die Beschwerden einreichten, mögliche Repressalien befürchten mussten. Ausserdem soll geprüft werden, ob zusätzliche Richtlinien nötig sind, um religiöse Begründungen für militärische Operationen künftig auszuschliessen.