Vivaconterra – Das wilde Gemüseabo aus der Region Bern geht weiter
Es sieht gut aus für Vivaconterra - das Team für das krumme Gemüse-Abo konnte sich erneuern.
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Das grosse Abo - Bild: Website von Vivaconterra

Vivaconterra ist ein kleines, aber feines Projekt aus der Region Bern, das seit über sieben Jahren «krummes» und nicht normiertes Gemüse direkt von lokalen Betrieben in die Stadt bringt. Unter dem Motto «Das wilde Gemüseabo» liefert das Team wöchentlich saisonales und regionales Gemüse an Abonnentinnen und Abonnenten – Gemüse, das in den üblichen Handelskanälen oft aussortiert würde, weil es nicht den strengen Form- und Grössenvorgaben entspricht.

Die Idee dahinter ist Vielfalt statt Einheitlichkeit. Während Supermärkte und Grosshändler vor allem gerades, gleichmässiges Gemüse verlangen und dadurch Lebensmittelverschwendung und Monokulturen fördern, setzt Vivaconterra bewusst auf die «Launen und Formen der Natur». Krumme Karotten, ungleichmässige Kartoffeln oder anders geformte Tomaten landen so nicht auf dem Kompost, sondern auf den Tellern der Konsumentinnen und Konsumenten.

Gleichzeitig erhalten die Produzentinnen und Produzenten faire Preise, und die Abonnentinnen und Abonnenten profitieren von frischem, lokalem und saisonalem Gemüse – das ganze Jahr über, in Saisons von jeweils sechs Monaten.

Das Angebot ist flexibel gestaltet: Es gibt verschiedene Abogrössen, von Mini (für eine Person) über Klein und Gross bis hin zu einer WG-Variante für 5–8 Personen. Wer unsicher ist, kann zuerst ein Probeabo für zwei Wochen bestellen. Die Preise liegen dabei etwas höher als beim regulären Saisonabo, weil der administrative Aufwand grösser ist. Für zwei Kisten zahlt man je nach Grösse zwischen 33 und 93 Franken (Stand der Website). Die Lieferung erfolgt wöchentlich, und das Team betont die Wertschätzung für eine ganzheitliche, nachhaltige Landwirtschaft.

Wie der Zeitpunkt schon 2021 berichtete, arbeitet das Projekt mit mehreren Bio- und Demeter-Betrieben im Raum Bern zusammen. Das Gemüse wird gesammelt, sortiert und an verschiedenenStandorten verteilt. Die Einnahmen fliessen zurück an die Höfe, das Projekt versteht sich als Wertschätzungsarbeit für eine Landwirtschaft, die nicht nur auf maximale Effizienz, sondern auf Vielfalt und Respekt vor der Natur setzt. In der Berner Szene der Direktvermarktung und Bio-Abos (neben soliTerre, Bioabi, Radiesli und anderen) hat sich Vivaconterra als spezialisiertes Angebot für «wildes» Gemüse etabliert.

Doch das Projekt steht an einem Wendepunkt. Die Hälfte des aktuellen Teams, das das Abo in den letzten Jahren getragen hat, scheidet aus persönlichen Gründen aus. Deshalb suchten – und fanden – sie vier Nachfolgerinnen und Nachfolger, die Lust und Kapazität haben, das Projekt zu weiter zu tragen. Der Aufwand wird als überschaubar beschrieben – rund fünf Stunden pro Woche. Die gesamte Infrastruktur und Organisation können direkt übernommen werden.

Nach einer Einarbeitungszeit, in der das alte Team noch beratend zur Seite steht, wollen die Neulinge im neuen Jahr das Projekt mit voller Kraft betreiben und suchen dann auch neue Abonnenten.

Vivaconterra reiht sich ein in eine breitere Bewegung in der Schweiz und speziell in Bern, bei der Konsumentinnen und Konsumenten bewusster einkaufen und Produzentinnen und Produzenten direkt unterstützen wollen. Die Abos setzen auf Bio, Regionalität und Solidarität. Vivaconterra hebt sich durch den Fokus auf nicht-normiertes, «wildes» Gemüse ab und leistet damit einen konkreten Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Wertschätzung der landwirtschaftlichen Vielfalt.

Wer regional und saisonal essen, die Natur in ihrer Vielfalt akzeptieren und gleichzeitig ein kleines, sinnstiftendes Projekt unterstützen möchte, findet hier eine direkte Möglichkeit – als Abonnentin oder Abonnent oder auch als Mitträger und Mitträgerin. Die Website vivaconterra.ch bietet alle Informationen und Kontaktmöglichkeiten.

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