Kapitalerhöhungen von UBS und CS missfallen ACTARES

Die angekündigten Kapitalerhöhungen von UBS und Credit Suisse irritieren ACTARES, AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften, in mehrfacher Hinsicht. Der von Credit Suisse eingeschlagene Weg vernachlässigt die Interessen der gegenwärtigen AktionärInnen, die von der Kapitalerhöhung ausgeschlossen sind und deren Anteile und damit auch deren Stimmrechte verwässert werden. Die Zeichnung einer Pflichtwandelanleihe und das Darlehen der Nationalbank für UBS werfen zudem ein zweifelhaftes Licht auf die beschwichtigende Rhetorik, die seit dem Sommer von UBS gepflegt wurde.

Das Management der Credit Suisse behauptet, dass sie bereits jetzt die regulatorischen Anforderungen von 2013 erfülle. Zudem stellen die Schwierigkeiten der Finanzmärkte kein Überraschungsmoment mehr dar. Keine Schieflage rechtfertigt es, einzig privilegierte Anleger wie den Staatsfonds von Katar zu ungunsten des bestehenden Aktionariats zu bevorteilen.
Sowohl der Verkauf von selbstgehaltenen Aktien wie auch Verpflichtungen, die dem Eigen-kapital gleichgestellt werden, verhindern, dass das Aktionariat von Credit Suisse ordentlich über die Kapitalerhöhung abstimmen kann. Diese Massnahmen widersprechen in zweierlei Hinsicht dessen Interessen. Einerseits werden die Stimmrechte der AktionärInnen merklich verwässert, entsprechen doch die von neuem in Umlauf gebrachten Aktien zwölf Prozent des bestehenden Volumens. Andererseits werden die anfallenden Zinsen von zehn bis elf Pro-zent für das neu aufgenommene Kapital die zukünftigen Dividenden deutlich schmälern.

Credit Suisse verfolgt mit der überraschenden Ankündigung schlechter Resultate und einer lückenhaften Kommunikation mit ihren AktionärInnen leider seit Beginn der Krise eine Politik der Intransparenz.

Die Übernahme der illiquiden Verpflichtungen der UBS durch die Nationalbank, gepaart mit dem Einstieg der Eidgenossenschaft stellen ohne Zweifel ein notwendiges Übel dar, dass zwar den Prinzipien der freien Marktwirtschaft widerspricht, sich jedoch nicht umgehen lässt.
Zum zweiten Mal in diesem Jahr werden die Rechte der AktionärInnen mit einer Kapitalerhö-hung geschmälert. ACTARES begrüsst jedoch, dass sich UBS verpflichten muss, bessere Standards bei der Entschädigung des Managements einzuhalten. ACTARES hofft, dass dies nicht die einzige Intervention der Eidgenossenschaft in ihrer Rolle als Aktionärin zugunsten einer besseren Governance bleibt.
ACTARES ist zudem überrascht vom späten Zeitpunkt der getroffenen Massnahmen. Wären sie früher getroffen worden, hätte der Exodus von KundInnen zumindest eingedämmt werden können.

Roby Tschopp, Geschäftsführer ACTARES
www.actares.ch
18. Oktober 2008
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