Die Stadt Weimar hat eine geplante Mahnwache der Kampagne «Kufiyas in Buchenwald» am Glockenturm des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald untersagt. Die Veranstaltung sollte eine Woche vor dem 81. Jahrestag der Selbstbefreiung des Lagers am 11. April 1945 stattfinden. Geplant waren Reden, antifaschistische Musik und jüdische Gebete.
Die Behörden begründeten das Verbot damit, dass die Verknüpfung nationalsozialistischer Verbrechen mit aktuellen politischen Konflikten das würdevolle Gedenken störe und die öffentliche Ordnung gefährde. Als Alternative boten sie Orte in der Weimarer Innenstadt an, was die Organisatoren ablehnten.
Die Kampagne «Kufiyas in Buchenwald» klagt nun gerichtlich dagegen, darunter mit einer Eilklage. Viele Beteiligte sind Nachkommen jüdischer und antifaschistischer Verfolgter. Sie sehen in der Aktion eine Fortsetzung des Widerstands gegen Faschismus und solidarisieren sich mit Palästinensern. Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Jens-Christian Wagner, begrüsste das Verbot und sprach von provokativen Aufmärschen, die nicht zum Zweck der Stiftung passten. Die Kufiya als solches sei nicht pauschal verboten, wohl aber im demonstrativen politischen Kontext am Gedenkort.
Das Verbot löst eine Debatte aus: Kritiker werfen den Behörden vor, Solidarität mit Palästina zu kriminalisieren, während die Gedenkstätte betont, Überlebenden und Angehörigen ein ungestörtes Gedenken sichern zu wollen. Die Mahnwache ist damit vorerst untersagt.