Libanesische Journalistin bei Angriff getötet: Rerporter ohne Grenzen spricht von Kriegsverbrechen
Zivile Berichterstatterin stundenlang ohne Hilfe gelassen

Im Südlibanon ist die 42-jährige Kriegsreporterin Amal Khalil am 22. April 2026 ums Leben gekommen. Die Korrespondentin der Tageszeitung al-Achbar berichtete aus ihrer Heimatregion al-Tayri nahe der israelischen Grenze. Nach Angaben von Reporters sans frontières (RSF) wurde sie gezielt durch israelische Luftangriffe getötet.

Zuerst traf gegen 14.30 Uhr eine Bombe ein Fahrzeug in der Nähe ihres Autos. Khalil und ihre Kollegin Zeinab Faraj stiegen aus und suchten Schutz in einem nahegelegenen dreistöckigen Gebäude. Um 16.27 Uhr zerstörte ein weiterer Angriff aus einem Militärflugzeug das Haus. Die Journalistin lag stundenlang schwer verletzt unter den Trümmern. Rettungskräfte konnten nicht rechtzeitig eingreifen, weil israelische Kräfte das Gebiet unter Beschuss hielten und Blendgranaten einsetzten. Erst gegen 23.10 Uhr wurde ihre Leiche geborgen. Die Kollegin Faraj erlitt mehrere Knochenbrüche und wurde schwer verletzt.

RSF verurteilt den Vorfall als Kriegsverbrechen. Der Pressereferent für den Nahen Osten, Christopher Resch, erklärte: «Amal Khalil lag nach israelischen Angriffen stundenlang im Sterben. Rettungskräfte wurden durch das Feuer der israelischen Armee daran gehindert, sie zu erreichen. Das sind Kriegsverbrechen.» Die Organisation hatte zuvor vergeblich gefordert, den Helfern freien Zugang zu gewähren. Israelische Stellen bezeichneten die Journalistinnen als «Eindringlinge», obwohl sie als Zivilistinnen unterwegs waren.

Der libanesische Zivilschutz und die Regierung sprachen ebenfalls von einem Kriegsverbrechen. RSF fordert von den Partnerländern Israels – darunter die USA und Deutschland – klare Konsequenzen und den Schutz von Medienschaffenden in Konfliktgebieten. Der Fall reiht sich in eine Reihe von Angriffen auf Berichterstatter im anhaltenden Konflikt zwischen Israel und dem Libanon ein.