Marx: Krise gehört zum Kapitalismus

„Das Kapital“ von Karl Marx ist ein Dauerseller, und die Nachfrage steigt in den Zeiten von Finanzkrise, zunehmender Konkurrenz, Arbeitslosigkeit und Prekarität. Das dreibändige Werk handelt – nicht nur - von politischer Ökonomie.


Im Gegensatz zu den bürgerlich-liberalen Ökonomen legt Marx im „Kapital“ den Ausbeutungscharakter des Kapitalismus offen und blendet die Klassenkämpfe nicht aus. Darüber hinaus geht es ihm um eine Kritik der politischen Ökonomie, um die Kritik der ökonomischen Ordnung und Funktionsweise ebenso wie um eine Kritik der wissenschaftlichen Disziplin als Ganzes.

Profitmaximierung hat Krisenpotenzial
Für die meisten Ökonomen und Laien ist die Krise eine Ausnahmeerscheinung, die durch raffgierige Spekulanten ausgelöst wird. Profitmaximierung aber gehört im Kapitalismus zu den grundlegenden Zielen und Praktiken. Die Spekulation und ihr Krisenpotenzial sind im kapitalistischen Wirtschaften immer da: Der Produzent kann sich nie sicher sein, sondern immer nur darauf spekulieren, ob sich die von ihm hergestellte Ware oder Dienstleistung auf dem Markt wirklich verkauft.
Für Marx gehört deshalb auch die Krise zur kapitalistischen Dynamik und kommt nicht erst mit innovativen Finanzprodukten ins Spiel.

db.

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08. Januar 2009
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