Von faulen Tomaten zur preisgekrönten Innovation
Uganderin Shifra Ainomugisha bekämpft Ernteverluste mit Sonnenenergie und künstlicher Intelligenz
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Die ugandische Unternehmerin Shifra Ainomugisha bei der Schlauchbewässerung. Foto: Commonwealth secretariat

Fast die Hälfte der Tomatenernte ihrer Familie verdarb, bevor sie verkauft werden konnte. Heute entwickelt Shifra Ainomugisha technische Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung – und wurde dafür zur Commonwealth Young Person of the Year 2026 ausgezeichnet. 

Die Erfahrung auf dem elterlichen Bauernhof im Westen Ugandas prägte Ainomugisha früh. Trotz harter Arbeit blieb das Einkommen der Familie knapp, und das Geld für Schulgebühren fehlte. Aus dieser Erfahrung entstand ihre Idee, landwirtschaftliche Betriebe mit erschwinglicher Technologie zu unterstützen.

Mit ihrem Unternehmen Solafam Uganda verbindet die junge Unternehmerin drei Ansätze: solarbetriebene Kühlräume, Solaranlagen zur Bewässerung und künstliche Intelligenz. Die Kühlräume helfen, geerntete Lebensmittel länger frisch zu halten. Solarbetriebene Bewässerungssysteme ermöglichen es den Betrieben, Wasser effizienter einzusetzen und ihre Abhängigkeit von teuren Treibstoffen zu verringern. 

Digitale Beratung direkt aufs Handy

Ein weiterer Baustein ist «Lean AI», eine Beratungsplattform, die über WhatsApp erreichbar ist. Sie unterstützt Landwirtinnen und Landwirte bei Fragen zu Aussaat, Bewässerung, Schädlingsbekämpfung, Nacherntebehandlung und Marktzugang. Damit sollen auch jene Zugang zu landwirtschaftlichem Wissen erhalten, die bisher kaum von Beratungsangeboten profitieren. Perspektivisch soll der Dienst auch über einfache Mobiltelefone nutzbar werden. 

Ainomugisha gründete das Unternehmen gemeinsam mit Mitstreitenden während ihres Studiums. Die Auszeichnung erhielt sie bei den Commonwealth Youth Awards 2026 in London. Sie wurde sowohl als regionale Gewinnerin Afrikas als auch als Commonwealth Young Person of the Year geehrt. 

Wenn Lebensmittel verderben, verlieren Kleinbetriebe nicht nur ihre Ernte, sondern auch Einkommen und Zukunftschancen. Ainomugisha setzt deshalb dort an, wo sich Hunger und Armut oft verschärfen: zwischen der Ernte auf dem Feld und dem Verkauf auf dem Markt.

Damit solche Lösungen langfristig wirken, braucht es bezahlbare Technik, verlässliche Infrastruktur und Unterstützung für kleinere Betriebe. Die ugandische Preisträgerin zeigt, wie erneuerbare Energie und digitale Beratung dazu beitragen können, Ernteverluste zu verringern und die Ernährungssicherheit zu stärken.

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