Die Bildung der Bildung: Wie machen wir aus Schulen gute Orte und wie fangen wir damit an?
An der Leuphana Universität Lüneburg findet vom 26. bis 28. August 2026 die fünfte Utopie-Konferenz statt. Unter dem Motto «Grosszügigkeit, eine Utopie?» laden Veranstalter ein, über Entgegenkommen in einer Zeit der Verhärtung und Verluste nachzudenken.
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Ein zentrales Element ist das Atelier «Die Bildung der Bildung» von Reinhard Kahl, Journalist, Autor, Filmemacher und langjähriger Netzwerker im Bildungsbereich.  Kahl, bekannt für seine Arbeit zu inspirierenden Schulen und alternativen Bildungsansätzen, ruft dazu auf, Schulen zu guten Orten zu machen – zu Lebens- und Erfahrungsräumen, in denen Passivität und blosses Durchkommen durch aktive Tätigkeit und Begeisterung ersetzt werden. Das Atelier bringt Praktiker und Denker zusammen: Schulleiter wie Stefan Ruppaner von der preisgekrönten Alemannenschule Wutöschingen, Björn Lengwenus vom Alten Teichweg in Hamburg, Antje Pochte aus Salzwedel oder Bianca Freudenberg-Rehage von Sylt. Dazu kommen Expertinnen wie die SoulTeachers Antje Schierhorn und Claudia Schwegmann sowie Wissenschaftler wie André Frank Zimpel (Neurodiversität) und Olaf Burow. 

Die Stimmung in vielen Schulen sei nach den Aufbrüchen der PISA-Ära in ein «irgendwie Durchkommen» gemündet, schreibt Kahl. Lehrpläne als letzte Planwirtschaft, Lernbulimie und die Auslagerung von Leben ins Internet prägten den Alltag. Doch es zeichne sich eine Gegenströmung ab – wie bei den Bremer Stadtmusikanten: «Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.» Viele Initiativen aus dem «Archiv der Zukunft», «Schule im Aufbruch» oder der «Schmetterlingsakademie» in Wutöschingen zeigten bereits, wie Wandel gelingen kann. Die Frage laute: Wie wird aus Leiden Leidenschaft? In welchen Atmosphären hat Veränderung eine Chance? 

Schulen sollten keine Zwangsrestaurants mit Aufesszwang sein, sondern Küchen des Neuen.

Kahl betont: Vor dem Lernen steht das Kennenlernen. Schulen sollten keine Zwangsrestaurants mit Aufesszwang sein, sondern Küchen des Neuen, in denen Gesellschaft neu «gekocht» wird. Statt standardisierter Passivität brauche es Vielfalt, Tätigkeit und radikal wache Gegenwart. Digitalisierung könne dabei helfen, wenn sie Tätigkeiten kultiviere statt zu ersetzen. Lengwenus schlägt sogar vor, 2027 nach den Sommerferien drei Wochen den Schulbetrieb auszusetzen, um grundsätzlich zu debattieren, was Bildung eigentlich sein soll. 

Die Utopie-Konferenz bietet Raum für 1000 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Utopie-Quartett mit Maja Göpel, Wolfgang M. Schmitt, Barbara Bleisch und Aladin El-Mafaalani führt durch das Programm. Impulse, Werkstätten, «FUNKEN» von realen Initiativen und die «Lange Nacht der Utopien» laden zum Austausch ein. Grosszügigkeit beginne damit, zu verstehen, was für andere zählt – ein Ansatz, der auch für Bildung zentral ist. 

Kahls Arbeit, sichtbar auf seiner Website und in der «Kulturellen Landpartie» im Wendland, verbindet Filme, Gespräche und Praxis. Er zeigt Schulen, die trotz widriger Umstände blühen, weil sie Zeit für Beziehungen, Fehler und echte Begegnungen schaffen. Neurodiversität wird als Reichtum verstanden, nicht als Defizit. Der «Lernvirus» einer ansteckenden Gesundheit soll sich ausbreiten.In einer Gesellschaft, die nach Wahlen fragt, ob mehr Essig oder Wein herauskommt, setzt das Atelier auf Wein – auf Aufbruch und gute Orte. 

Bildung der Bildung heisst: Nicht nur Inhalte vermitteln, sondern Räume schaffen, in denen Menschen ihre Einzigartigkeit entfalten können. Die Konferenz und das Atelier sind Einladung, genau das gemeinsam zu erproben. Wer mitmachen will, findet Tickets und weitere Infos auf den Leuphana-Seiten. Es lohnt sich, Teil dieser Bewegung zu werden.

Die Utopie-Konferenz findet vom 26. bis 28. August statt. Anmeldung ab sofort.

Im Aufbau das Internetportal «Die Bildung der Bildung». Näheres auf www.reinhardkahl.de
Dort die nächsten Tage auch der Link zum neuen Film „Peter Fratton - das Lernvirus vom Bodensee" 90 Min. und 45 Minuten (Kurz- und Seminarfassung)

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