Am 9. Mai ruft das European Peace Project erneut Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa zu einem gemeinsamen «performativen Sprechakt“ auf. Ziel ist es, ein sichtbares Zeichen für Frieden, Demokratie und Völkerverständigung zu setzen.
Die unabhängige Initiative entstand 2025 als Reaktion auf zunehmende Aufrüstung und Militarisierung in Europa. Laut Mitorganisator Peter van Stigt beteiligten sich im Vorjahr rund 17.000 Menschen; nun sollen es deutlich mehr werden. Teilnehmer lesen öffentlich ein Manifest vor und dokumentieren ihre Aktion digital, wodurch eine europaweite Galerie entsteht.
Getragen wird das Projekt von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft, darunter Ulrike Guérot und Isabelle Casel. Es versteht sich bewusst nicht als Organisation, sondern als offenes Netzwerk.
Parallel kritisieren die Initiatoren eine politische Entwicklung: Die ursprünglich als Friedensprojekt gedachte europäische Integration entferne sich zunehmend von diesem Anspruch. Während politische Eliten verstärkt militärische Stärke betonen, wachse in Teilen der Bevölkerung der Wunsch nach Dialog – auch mit Russland – und nach einer Rückbesinnung auf Europas friedenspolitische Wurzeln.