Noch mehr Gift im Boden und im Wasser? Zur Ablehnung der Ernährungsinitiative
Die Initiative «Für eine sichere Ernährung» ist die Chance, ein sicheres und trinkwassergerechtes Ernährungssystem aufzubauen. Der Nationalrat lehnte dies kurz vor Weihnachten ab. Und forderte zeitgleich die Neuzulassung von 40 Pestiziden.
...

«Diese Initiative bietet die Chance, ein sicheres, zukunftsfähiges und trink- wassergerechtes Ernährungssystem aufzubauen», sagt Roman Wiget, Präsident der AWBR zur Motivation für die Befürwortung der Initiative durch die beiden internationalen Trinkwasserverbände AWBR und IAWR.

Vom Nationalrat können wir keine Unterstützung erwarten. Er lehnt unsere Initiative ab, und auch den Gegenvorschlag zu unserer Initiative.

Dieser Entscheid des Nationalrats bedeutet für uns, dass weiterhin 75% der Subventionen die Produktion von tierischen Lebensmitteln fördern sollen. Das ist die Hauptursache dafür, dass die Lebensmittelversorgung zu mehr als der Hälfte vom Ausland abhängig ist. Und weiter sollen mit unseren Steuergeldern eine von Pestiziden abhängige Lebensmittelproduktion gefördert werden, die unsere Böden und Biodiversität zerstört und zu Schliessungen von Trinkwasserfassungen führt.

Nebst der Ablehnung der Initiative hat der Nationalrat am 18.12. auch noch beschlossen, dass die Schweiz die Zulassung von Pestiziden an die EU angleichen soll. Für die Bevölkerung hat dies zur Folge, dass rund 40 Pestizide zusätzlich in der Schweiz neu zugelassen werden. Das bedeutet für uns: Noch mehr Gift in der Umwelt, im Boden und im Wasser. 

Doch mit unserer Initiative «Für eine sichere Ernährung» haben wir es in der Hand, diese Missstände einer verfehlten Agrarpolitik zu beenden.

Die Initiative verlangt dafür:

  • Sicherstellung von sauberem Trinkwasser und den dafür erforderlichen Grundwasserressourcen
    Es fehlt eine nationale Strategie für die Wasserversorgung und den Vollzug des Gewässerschutzes. Übernutzung, Klimawandel sowie die Schliessung von Trinkwasserfassungen aufgrund von umwelt- und gesundheitsschädlichen Pestizid- und Nitratrückständen gefährden die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser. 
     
  • Sicherstellung der Bodenfruchtbarkeit und der Biodiversitätstatt Pestizide
    Mit einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion in Anbausystemen wie Agroforstwirtschaft, Mischkulturen, regenerativen Landwirtschaft kann die Biodiversität und die Bodenfruchtbarkeit gefördert werden. Dadurch werden Pestizide durch einen natürlichen Pflanzenschutz ersetzt und zugleich die Erträge gesteigert. 
     
  • Einhaltung der Höchstwerte für Dünger
    Die Höchstwerte sind zum Schutz von Klima, Böden, Trinkwasser und Biodiversität seit 2008 in den Umweltzielen der Landwirtschaft festgelegt. Sie werden insbesondere durch eine von 1,3 Millionen Tonnen Importfutter erhöhte Tierproduktion massiv überschritten – beim giftigen stickstoffhaltigen Gas Ammoniak um 70%.
     
  • Ernährungssicherheit durch das Anstreben einer Selbstversorgung von 70 % mittels der Förderung pflanzlicher Lebensmittel und der Reduzierung von Food Waste

Die von der Agrarforschung Schweiz publizierte Studie «Wege zu einer markanten Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bei weniger Umweltbelastung» belegt: Sogar ein Netto-Selbstversorgungsgrad von über 100% ist realisierbar. 

Mit unserer Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung» sorgen wir zusammen für eine gesunde, nachhaltige Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft.

«Denn die Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser ist langfristig nur zu gewährleisten, wenn das Ernährungssystem nachhaltig wird», sagt Matthias Maier, Präsident des Trinkwasserverbandes IAWR, zur Unterstützung der Initiative.

In diesem Sinne, bedanken wir uns bei Ihnen für Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen ein gesundes, inspirierendes, erfolgreiches neues Jahr.


...

Unterstützen Sie jetzt unsere Kampagnenarbeit für die Initiative:

  • Mit einer Spende

  • Treten Sie dem Verein «Sauberes Wasser für alle» bei

  • Teilen Sie unsere Beiträge auf Facebook, Instagram, X

  • Bestellen Sie Flyer zum Verteilen

  • Abonnieren Sie unseren WhatsApp Kanal

  • Newsletter abonnieren - Haben Sie Freundinnen und Freunde oder Bekannte, die sich dafür interessieren könnten?

Kommentare

Permalink

Ich bin selbst nachhaltig produzierender Landwirt und dies seit 14 Jahren. Die Behauptung, dass man dadurch mehr Erträge erzielt, kann ich nicht bestätigen. Sicherlich wird die Qualität besser, aber nicht die Quantität. Beides gleichzeitig ist eine Illusion. Und das andere, was ich auch bemerken muss ist, dass es in der Schweiz nur einen Schein-Versorgungsgrad gibt. Im Notfall liegt der nämlich bei Null, denn woher kommt der Diesel, grosse Teile des Saatgutes, der Düngungsmittel (Lonza als letzter CH-Produzent gab Produktion vor einigen Jahren auf). Es ist alles nur eine Illusion. Dennoch würde ich nicht anders produzieren wollen, aber es ist nicht für jedermann, solche Produkte zu wertschätzen und ich bin ein Vertreter der Freiheit. Also soll jeder Konsument selbst entscheiden. Vorschriften und Gesetze führen meist zum Gegenteil.

Newsletter bestellen