Die Finanzkrise der Städte und Gemeinden hat in Deutschland eine neue Eskalationsstufe erreicht. Am 22. Juni riefen erstmals alle drei kommunalen Spitzenverbände gemeinsam zum Aktionstag «Kommunen am Limit» auf. Sie warnten vor einer strukturellen Unterfinanzierung, wachsender Verschuldung und einer Politik, die den Gemeinden immer neue Aufgaben überträgt, ohne die nötigen Mittel bereitzustellen.
Vor diesem Hintergrund organisiert die Basler Initiative ecoloc vom 18. bis 22. November 2026 an der Hochschule für Gestaltung in Ulm das internationale Symposium «Fight Over the Cake or Own the Kitchen».
Statt lediglich über eine gerechtere Verteilung knapper öffentlicher Gelder zu streiten, soll grundsätzlicher gefragt werden: Wie können Kommunen ihre wirtschaftliche Handlungsfähigkeit selbst stärken?
Die Veranstalter kritisieren, dass die bisherige Debatte fast ausschliesslich auf Umverteilung, höhere Zuschüsse oder neue Schulden setzt. Das Symposium will den Lösungsraum erweitern.
Diskutiert werden unter anderem ethische Banken, genossenschaftliche Finanzierungsmodelle, kommunale Währungen, gegenseitige Kreditnetzwerke, neue Institutionen der lokalen Selbstverwaltung sowie Ansätze der Ergodizitätsökonomie. Ziel ist es, Gemeinden unabhängiger von Finanzmärkten und zentralstaatlichen Geldflüssen zu machen und regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken.
Das hochkarätig besetzte Arbeitstreffen richtet sich an Fachleute aus Kommunalpolitik, Geldreform, Regionalentwicklung, Genossenschaftswesen und politischer Ökonomie. Gesucht werden konkrete Modelle, mit denen Kommunen wieder mehr finanzielle Selbstbestimmung gewinnen und ihre zentrale Rolle bei der ökologischen und sozialen Transformation wahrnehmen können.
Weitere Informationen (pdf)
NDR: Kommunen am Limit. 25.6.2026