07. Mai 22
Denken und Dung wirken auf das Leben nur dann fruchtbar, wenn sie in ihrer Anwendung lebendig und organisch bleiben. Durch Umschaufeln veredeln wir den Dung zu Kompost, durch Umdenken verändern wir unsere Gewohnheiten: Boden muss ein unveräusserliches «Gemeingut» sein.
26. Mär 22
Fruchtbare Böden für neue Denkweisen zu kultivieren bedeutet: aus Erfahrungen lernen, gegenwärtige Verhältnisse als Folge vergangenen Handelns analysieren, Ursachen erkennen, Gesetzmässigkeiten befolgen.
26. Feb 22
Unsere Lebensräume sind Kulturlandschaften, die der Mensch über Jahrtausende geschaffen hat. Sie entstanden aus dem harmonischen Zusammenwirken von Landbewirtschaftung und Natur, geprägt durch unterschiedliche Landschaftsformen und Vegetationszonen.
05. Feb 22
Dunkel glänzen ihre Augen aus der Tiefe ihrer Seele. Sie schaut nicht mit den Augen – mit ihrem ganzen Wesen erlebt sie unsere Welt. Ich halte Antigone die schwarz-weiss gescheckte Kuh an einem Strick. Sie reibt ihren Kopf an meiner Schulter, leckt mir mit ihrer rauen Zunge über die Hand.
26. Jan 22
Was unsichtbar ist, berührt uns nicht, oder besser gesagt, es ist uns nicht bewusst. Gedanklich können wir uns das Unsichtbare entweder in allen Variationen vorstellen oder wir denken erst gar nicht darüber nach. Auf meiner Schwedenreise begegnete ich dem Unsichtbaren, unverhofft.
19. Jan 22
Wir kennen sie alle, die symbolträchtigen Kulturgüter: Coca-Cola, Wodka, Cohiba, Lindt & Sprüngli, IKEA. Ich bin mir sicher, jeder kennt das jeweilige Herkunftsland dazu.
12. Jan 22
Auf dieser Fährte verfolge ich mein schwedisches Gesellschaftsbild. Dieses ist beträchtlich gefärbt durch zwei schwedische Persönlichkeiten. Einerseits durch den ehemaligen Politiker und UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld.
05. Jan 22
Auf meiner Spurensuche durch Südschweden verfolge ich mein seelisches Schwedenbild. Es entstand durch das Lesen der wundervollen Kindergeschichten von Astrid Lindgren und Selma Lagerlöf. Als Kind lag ich oft stundenlang lesend unterm schattigen Apfelbaum.
25. Dez 21
«Seit der einen Heiligen Nacht der Geburt begriffen die Menschen, dass keiner mehr nur für sich leben kann, aber dass wir auch alle nicht mehr für uns allein sterben können; dass wir füreinander verloren werden und füreinander gefunden, bis wir vereinigt werden in der einen Hand».
05. Dez 21
Wir benutzen immer wieder das gleiche alte Werkzeug für die inzwischen festsitzenden Problemschrauben unserer Zeit. Das ökonomische Narrativ des endlosen Wachstums ist immer noch tief verwurzelt im Denken unserer Zeit.
23. Nov 21
Zurecht fordern wir heute das Ende der unsäglich leidvollen industriellen Massentierhaltung. In erster Linie ist es eine unwürdige, das Leben und Wesen der Haustiere verachtende Entwicklung der letzten Jahrzehnte.
20. Nov 21
«Früh drei Uhr stahl ich mich aus Karlsbad. Ich warf mich ganz allein, nur einen Mantelsack und Dachsranzen aufpackend in eine Postchaise, …an einem schönen stillen Nebelmorgen» – so beginnt Goethes erster Band der «Italienischen Reise».
30. Okt 21
Zwei Fragen können wir aus dem ganzen Umfang dessen, was den suchenden Menschen heute bewegt, herauskristallisieren:  Wer bin ich, und was ist die Welt, welche mich umgibt? Wurzelfragen nenne ich sie.
25. Sep 21
Wenn er zu Bett ging, hängte der französische Schriftsteller Robert Desnous ein Schild an die Schlafzimmertür, auf dem stand: «le poète travaille» – der Dichter arbeitet.
21. Aug 21
Bern, an einem wunderschönen Samstagmorgen. Im Schatten der Arkaden ist es noch kühl. Eine leichte Sommerbrise weht herüber aus Richtung Kirchenfeldbrücke. Auf dem Bauernmarkt in der Münstergasse herrscht buntes Treiben, die Pflastersteine glänzen im Morgenlicht.
07. Aug 21
Gestern schaute ich nach langer Zeit mal wieder aufmerksam in den Spiegel. Was entdeckte ich da? Ein paar neue feine Falten um Mund und in den Augenwinkeln. Und nicht nur das, was ich auch noch sah, waren Spuren und Bewegungen vergangener Zeiten.
17. Jul 21
Vogelgezwitscher, das Summen und Brummen von Insekten in der Blütenpracht – ein Frühlingsmorgen im Garten. Und plötzlich das aufgeregte Stimmengewirr von Kindern. Jeden Mittwochmorgen sind sie da, die Schüler der Privatschule SIM-Schule Bern.
01. Jul 21
Wollen wir unsere Erde gesund erhalten, braucht es viele Menschen, welche dieses Werk mit ihrer Hände Arbeit vollbringen. Dies gilt nicht nur für die Produktion von Nahrungsmitteln, sondern für alle Dinge, die wir zur Befriedigung unserer Grundlebensbedürfnisse erzeugen.
19. Jun 21
Die Erde dreht sich in das Nachtdunkel. Der glutrote Sonnenrand versinkt hinter den bläulich schimmernden Hügeln. Im Süden leuchtet die schneebedeckte Gebirgskette der Pyrenäen.
10. Jun 21
Leistungsdenken ist der Schmierstoff unserer heutigen Pädagogikindustrie. Wissen wird eingetrichtert und abgefragt, als wären unsere Kinder Automaten. Das fängt schon in Kita und Kindergarten an und setzt sich lückenlos über alle Bildungsstufen fort bis in unsere Universitäten.