Politik
Macht Fleisch Hunger?
Die Nachfrage nach Fleisch steigt. Die Schweiz kennt ein restriktives Tierschutzgesetz, den Bäuerinnen und Bauern hierzulande ist die Gesundheit der Tiere wichtig und viele Konsumentinnen und Konsumenten schätzen Fleisch aus der Region. Leider lässt sich mit einer rein inländischen Produktion der enorme Konsum nicht decken, Futtermittel- und Fleischimporte in grossen Mengen sind erforderlich. Hier beginnt die eigentliche Problematik. Die industrielle Massentierhaltung ver- braucht weltweit gegen 50% der Getreideernten. Dafür werden landwirtschaftliche Fläche und Produktionsressourcen in ausserordentlichem Masse eingesetzt. Die ökologischen Folgen sind bedenklich: Energie- und Wasserverbrauch, Gewässerverschmutzung, Bodenauslaugung und -erosion, Dürre, Klimaveränderung und Landschaftszerstörung.
Equador will auf Erdöl-Einkünfte verzichten
Ecuador hat der Welt ein Angebot gemacht: Es wird einen Großteil seiner Erdölreserven nicht fördern, sondern sie dort lassen, wo sie sind - unter dem Nationalpark Yasuní, dem Gebiet mit der grössten Artenvielfalt auf der ganzen Welt. Aber dazu braucht das Land Hilfe von der Weltgemeinschaft.
Mit den Armen leben
Hunger und Gerechtigkeit sind aus dem gleichen Holz geschnitzt: Der Mensch hungert, weil die Welt ungerecht ist. Davon erzählt das im Mai erschienene Buch ‹Hunger nach Gerechtigkeit› von Thomas Gröbly. Morgen Abend, den 20. September, gibt es in der Stanzerei in Baden einen Vortrag dazu. Wie das Buch gibt er Einblicke in das Werk und die Biografie von Marianne Spiller-Hadorn, die Frau, die vor dreissig Jahren in Brasilien das Kinderhilfswerk ABAI gründete. Danach blickt er über ABAI hinaus, auf aktuelle Fragen zur Armutsbekämpfung und Entwicklungszusammenarbeit.