Heute vergeben wir gleich einen doppelten Chapeau, und zwar dem Prix Climat, der dieses Jahr zum ersten Mal vergeben wird, und seinen Gewinnern, den Landwirten von Slow Grow. Sie zeigen ein neuartiges landwirtschaftliches Produktionsverfahren, das insbesondere für das Klima vorteilhaft ist.

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Immer wieder wird gesagt: «Die Landwirtschaft ist verantwortlich für die globale Erhitzung. Bäuerinnen und Bauern verschmutzen Gewässer und zerstören die Biodiversität.» Das stimme so aber nicht, sagen die Organisatoren des Prix Climat. Die Lebensmittelproduktion sei zwar ein wesentlicher Treiber der Umwelt- und Klimaprobleme dieser Welt. Die Landwirtschaft sei aber auch ein wichtiger Teil der Lösung.

Der Prix Climat wurde von der Klima-Allianz ins Leben gerufen hat, dem Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen für den Klimaschutz in der Schweiz. Mit der Verleihung des Preises stellt die Allianz die wegweisende Arbeit von klimafreundlichen Landwirten und Landwirtinnen ins Schaufenster. Ihre klimafreundlichen Projekte sollen dadurch unterstützt und andere Betriebe inspiriert werden.

Erstmals wurde der Prix Climat diesen Frühling vergeben. Für die Preisverleihung waren sechs Betriebe nominiert, die klimafreundliche Landwirtschaft betreiben. Jeder nominierte Betrieb erhielt 1000 Franken sowie eine Hofplakette. Der Gewinnerbetrieb des Publikumspreises bekam zudem weitere 500 Franken. Das Preisgeld hatte symbolischen Charakter. Die siebenköpfige Fachjury bestand aus Vertretern und Vertreterinnen vom Schweizerischen Bauernverband bis zum Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL).

«Mit unserem Ansatz stehen wir quer in der Landwirtschaft.»

Gewonnen hat Slow Grow. Der Betrieb entwickelt seit acht Jahren neuartige Anbaumethoden. Immer mit dem Ziel, das natürliche Potenzial der Böden und Pflanzen in einem funktionierenden Ökosystem nutzen zu können. Slow Grow belegt, dass die Verbindung von Biodiversität und Produktion ein grosses Potenzial hat, um Kohlenstoff in die Böden zurückzuführen. «Mit unserem Ansatz stehen wir quer in der Landwirtschaft. Dieser Preis zeigt uns aber, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden», sagt Betriebsleiter Matthias Hollenstein. «Wir lassen Ökosysteme entstehen und Böden regenerieren. So produzieren wir gesunde Lebensmittel, bringen Biodiversität zurück in Nutzflächen. Und machen die Landwirtschaft von einem grossen Emittenten zum netto Absorber von Klimagasen.»

Wir ziehen den Hut vor den Organisatoren des Prix Climat sowie vor den zwei Landwirten und der Landwirtin des Betriebs Slow Grow. Gemeinsam sind sie auf dem Weg zu klimafreundlicher Landwirtschaft.
 

Mehr Infos:
Prix Climat
Betrieb Slow Grow

Über

Nicole Maron

Submitted by christoph on Mo, 04/19/2021 - 17:25

Nicole Maron (*1980) aus Zürich ist Journalistin und Buchautorin. Seit 2017 lebt und arbeitet sie in Bolivien und Peru. Ihre Schwerpunkte sind umwelt- und sozialpolitische Themen wie Flucht und Migration, globale Gerechtigkeit, Konzernverantwortung und Menschenrechte. 

Von Nicole Maron ist zuletzt erschienen: «Daphne und die Sonne – eine uralte Geschichte von Liebe und Tod. Kollektiv Pacha, 2019. 108 Seiten, Fr. 11.90 (inkl. Porto) / E-Book Fr. 3.–. ISBN: 978-3-750-42491-3

Kommentare

Ich gratuliere dem Slow Grow…

von meineMeinung
Ich gratuliere dem Slow Grow-Team von Herzen für den Prix Climat 2022! Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, dass auch der Staat solche naturfreundlichen, zukunftsweisenden Projekte/Betriebe und die Bio-Landwirtschaft im Allgemeinen fördert und finanziell besonders unterstützt, oder diese Nahrungsmittel für die Konsumenten subventioniert. Denn naturfreundlich ist auch umwelt- und klimafreundlich, und das wäre auch besser für die Gesundheit der Bevölkerung.