27. Nov 22
Unser Verkaufserfolg im Literatencafé verhalf uns zum Durchbruch. Von der Nummer 3 unseres Blattes verkauften wir im «Odeon» bereits 50 Stück, und ebenso vielversprechend war der Verkauf vor Theatereingängen und Lesungen.
13. Nov 22
Mittlerweile existierte unser literarisches Heft «Manuskript», das ich mit meinem Schulkameraden Elias und einem weiteren Mitredaktor herausgab, schon ganze zwei Jahre.
30. Okt 22
Am Samstag derselben Woche, mitten in der Adventszeit 1971, pilgerte ich – diesmal allein – ein weiteres Mal nach Montreux, um den ersten Schweizer Auftritt von Frank Zappa mitzuerleben.
23. Okt 22
Das Anziehen der Zügel im letzten Schuljahr hielt mich aber nicht davon ab, weiterhin über Musik zu schreiben und mit Elias zusammen unsere literarische Zeitschrift unter die Leute zu bringen.
16. Okt 22
Zurück von unserem Finnlandtrip, zurück im Alltag der höheren Bildung, musste ich zunächst mit Enttäuschung feststellen, dass meine Fernbeziehung mit dem Mädchen aus England die Sommerferien nicht überstanden hatte.
09. Okt 22
Jetzt, Jahrzehnte später, beim Lesen meiner Reiseeindrücke wird mir klar, dass ich in Finnland das erstemal romantische Gefühle bei mir entdeckte.
02. Okt 22
«Fliegen, das unermessliche Land aus der Vogelperspektive erleben, erkennen, wie lächerlich klein die Welt sein kann – beim Fliegen fühlt man sich über den Dingen. Zurück auf dem Boden dagegen weiss man wieder, wohin man gehört.
25. Sep 22
Warum Finnland? Weil die finnische Fluggesellschaft für 400 Franken ein «Holidayticket» anbot, das während 14 Tagen zu unbeschränkten Flügen innerhalb Finnlands berechtigte. Damit erwies sich die «Finnair» als frühe Vorreiterin der heutigen Billigflüge.
18. Sep 22
Mit meinem Brief an unseren Geografieprofessor startete ich – als definitiv Direktbetroffener – eine Art Feldzug für eine schülerfreundliche Schule. Vorerst blieb ich chancenlos.
11. Sep 22
Während ich bereits meine ersten Buchrezensionen verfasste, war ich als Schüler den Launen und Forderungen der Lehrer weiterhin ausgeliefert. Ich zählte inzwischen jeden einzelnen Tag bis zur Entlassung aus dem Korsett der höheren Bildung.
04. Sep 22
Das Mädchen meiner Träume lebte in London, hiess Iris und ich kannte sie schon ein ganzes Jahr, ohne zu ahnen, was sie mir bald bedeuten würde.
28. Aug 22
Nachdem ich das Provisorium im Herbst mit Ach und Krach überwunden hatte, konnte ich mich im neuen Jahr wieder ohne schlechtes Gewissen meinen heimlichen Hauptbeschäftigungen widmen, zu denen die Schule nach Möglichkeit nicht gehörte.
21. Aug 22
Diesmal – im Oktober 1970 – war es nicht bloss eine Meldung, sondern ein Porträt, das uns der Deutschlehrer als Aufsatzinspiration vorlegte.
14. Aug 22
Zurück in der Schule mussten – in meinem Fall: durften – wir im Deutsch einen Aufsatz schreiben, dem eine Zeitungsmeldung zugrunde lag. Das Geschehene sollte uns inspirieren zu einer Geschichte. Nachdem ich den Aufsatz vollendet hatte, gab ich ihm den etwas beliebigen Titel «Frustration«.
07. Aug 22
Mein Reisebericht vom Sommer 1970, der so abgeklärt endete – siehe Folge 22 –, hätte auch ein anderes Fazit haben können.
31. Jul 22
Ich suchte in Schottland das Unverfälschtheit, das Echte – und meine Suche wurde belohnt.
17. Jul 22
Es kam, wie es kommen musste: «Neben all meinen Aktivitäten» – schrieb ich ins Tagebuch – «versank die Pflicht, nämlich die Schule in Schutt und Asche. Trotz harten Kampfes in den letzten, klausurschweren Wochen bin ich deshalb ins Provisorium versetzt worden.»
10. Jul 22
Trotz drohendem Provisorium konnte ich es unmöglich ablehnen, als die Kulturabteilung der Stadt für das einmalige Gastspiel einer französischen Schauspieltruppe Bühnenarbeiter suchte.
03. Jul 22
Die Freundschaft mit meinem Schulkameraden Elias war intensiver geworden, nachdem wir entdeckt hatten, dass wir uns als beinahe Einzige in der Klasse  immer mehr für Literatur interessierten.